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    Männerfeindlich

    Wären wir Männer nicht so souverän, über den Dingen stehend und überhaupt, müssten wir sauer sein und meinen, die Giengener Volkshochschule hat im neuen Semester was gegen uns. Ab morgen wird das nagelneue Programmheftchen verteilt, und beim Blättern im Vorab-Exemplar sticht einem doch das eine oder andere befremdlich ins männliche Auge. Schauen wir zum Beispiel auf die Seite 16. ”Wie helfe ich meinem Kind bei Referaten und Präsentationen – Seminar für Mütter”, heißt es da. Also wirklich. Da rackern sich die Väter ständig einen ab im Büro mit ihren vertrackten Powerpoint-Präsentationen, und dann dürfen sie bei diesem Thema nicht mal zur Giengener Vhs. Oder, Seite 24: die Kochkurse seien insbesondere “für Männer gedacht, die ausgefallene Gerichte fertigen möchten”, heißt es da. Das dazu gestellte Foto zeigt Würstchen auf dem Grill. Hallo! Man scheint den Giengener Helden am Herd ja wirklich sehr viel zuzutrauen! Bevor wir aber wirklich wütend werden, schnell auf die Seite 18: “PEKIP-Bewegungsspiele für Babys” heißt der Kurs, und “auch was für Väter” steht daneben. Puh! Grade noch mal gut gegangen, liebe Volkshochschule!

    6 Kommentare zu “Männerfeindlich”

    1. Tom schreibt:

      Also wenn ich sowas lese, (PEKIP-Kurs) dann frag ich mich wirklich, ob so ein Schnickschnack was in einem VHS-Kursbuch zu suchen hat. Tut mir leid, aber ich sehe den Sinn einer VHS im Fortbildungsbereich, aber nicht darin, Wohlfühlnachmittage für Babys mit Tratsch und Klatsch Gelegenheit für Mamis und Papis anzubieten. Dafür gibts andere Anbieter.

      Ich denk, da sollte mal der Sparhammer zuschlagen, denn meiner Meinung nach kann man bei sowas anfangen, die hochsubventionierten Volkshochschulen wieder auf ein normales Niveau zurückzustutzen. Selbst wenn diese Kurse voll besetzt sind, zahlen die Steuerzahler noch drauf.

      Also lieber 20 subventionierte Lernkurse, die den Leuten z.B. im Beruf was bringen, als unbedingt eine künstlich aufgeputschte Vielfalt von 50 subventionierten Kursen, nur damit “man” ein tolles, volles Programmheft rausbringt.

      Da kann man sparen ohne das es groß wehtut!

    2. Harry schreibt:

      Arme Kinder, die in der Schule schon so dämliche Präsentationen mit PP und anderem Quark anfertigen müssen. Ein toller Vortrag fesselt mich persönlich noch immer mehr als so ein Beamer-Quatsch.

      @Tom
      Hartes Urteil, aber irgendwie wahr.

    3. Violine schreibt:

      Hihihihihi, das mit den gegrillten Würstchen ist gut!

    4. Kirsten schreibt:

      @Tom
      Als Mutter und an “echter Bildung” Interessierte, muss ich heftig protestieren. Also schnell mal in der Suchmaschine nach geschaut:
      Ziel des PEKiP® ist es, Eltern und Babys im sensiblen Prozess des Zueinanderfindens zu unterstützen, um
      * das Baby in seiner momentanen Situation und seiner Entwicklung wahrzunehmen, zu begleiten und zu fördern;
      * die Beziehung zwischen dem Baby und seinen Eltern zu stärken und zu vertiefen;
      * die Eltern in ihrer Situation zu begleiten und den Erfahrungsaustausch sowie die Kontakte der Eltern untereinander zu fördern;
      Genau das habe ich nach der Geburt unseres 1. Kindes und ohne Erfahrung im Umgang mit Babys (keine Großfamilie, lauter spät gebärende Freundinnen… ) gerne in Anspruch genommen. Das nebenbei Getratscht und Geklatscht wird, ist ein netter Nebeneffekt, aber nicht der wesentliche Punkt. Im Angesicht der vielen motorisch unterentwickelten, schon im Grundschulalter übergewichtigen oder sonst wie förderungsbedürftigen Kinder, ist es sicherlich sinnvoll die Eltern so früh wie möglich in der Entwicklungswahrnehmung ihrer Kinder zu unterstützen.

    5. Kirsten schreibt:

      .. und soweit ich weiß, gibt es in Giengen keine Familienbildungsstätte, wie in Herbrechtingen oder Heidenheim, also bleibt die VHS.

    6. Tom schreibt:

      @Kirsten

      Auch wir haben mit unserer ersten Tochter Krabbelgruppe, Babyschwimmkurs usw. besucht, wers mag, von mir aus, in Nachhinein fanden wir’s rausgeworfenes Geld.

      Aber das mal dahingestellt. Wenn ich deine oben aufgelistete Definition eines PEKIP Kurses durchlese, bestätigt mich das darin, dass das NICHTS, aber auch garnichts bei der VHS zu suchen hat.

      Dumm gelaufen, dass Giengen keine Familienbildungsstätte hat, aber das heisst noch lange nicht, dass diese Aufgabe die VHS übernehmen muss. Wir sind auch nach Herbrechtingen ins Babyschwimmen gefahren, weils das halt in Giengen nicht gab.

      Nicht falsch verstehen, jeder kann nach seiner Facon glücklich werden und seine Kinder erziehen wie er will, aber halt nicht unter dem Dach einer VHS, die hat für mein Verständnis andere Aufgaben.

      Und dass viele Kinder schon im Grundschulalter fett und träge sind, das verändert auch keine VHS und kein 12 monatiger PEKIP Kurs bei Babys, sondern da sind die Eltern gefragt, die eben ihre Kinder (bis 18) NICHT jeden Tag in den Kindergarten oder in die Schule fahren, die ihre Kinder eben NICHT vorm Fernseher parken, die ihren Kindern auch alternativen zu Computerspielen aufzeigen, die mit ihnen Fahrradtouren machen, usw, usw …

      Wenn die Kurse der VHS wirklich soviel kosten würden, wie sie eigentlich kosten müssten um deckend zu sein, dann würde keiner mehr hingehen. Und diese Subventionierungen zahlen wir alle. Ich bin dafür bei Bildungsangeboten gerne bereit, aber bei Wohlfühlkursen nicht.

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