Alltags-Oase (II)
Lieber einen Spatz in der Hand, als eine Taube auf dem Dach?
Nicht ganz. Dieser kleine Flattermann schläft seit Neuestem vor meiner Haustür auf unserer Schneeschaufel und ist sogar recht zutraulich – wenn man bedenkt, dass das Foto aus nur 30 cm Entfernung aufgenommen wurde. Wer kennt sich aus oder hat ein Arten-Bestimmungsbuch daheim? Grüne Federn mit gelben Akzenten? Ein Papagei ist es jedenfalls nicht.


25. Januar 2010 um 21:22
Da lsss ich mal meine Tierexpertin und Ehefrau Eva zu Wort kommen:
“Nicht hunsertprozentig, aber doch ziemlich sicher ist das ein Girlitz Serinus serinus aus der Familie der Finkenvögel ein Männchen. Ist ein Sommervogel, müsste jetzt eigentlich weggezogen sein. Vielleicht ist er aufgezogen worden. ”
Der Kerle scheint ja gut im Futter zu stehen. Und muss mich für die Bemerkung gleich belehren lassen: Es sei kein gutes Zeichen, wenn er aufgeplustert ist. Außer es ist sehr, sehr kalt. Na denn! Weitere Experten ran!
26. Januar 2010 um 15:34
Danke für die professionelle Deutung, hab den Namen mal gegoogelt und die gefundenen Exemplare scheinen zu passen.
Der Vogel war aufgeplustert weil er zuvor dort geschlafen hatte. Und kalt ist es ja gerade auch. Also hoffen wir, dass der kleine Kerl entweder den Heidenheimer Winter überlebt oder sich bald ein Navi besorgt, dass ihn gen Süden lotst.
26. Januar 2010 um 16:03
Meine Vermutung ist, dass er das gleiche Navi hat wie ich. Deshalb ist er auch immer noch in Heidenheim!
26. Januar 2010 um 16:15
Als Hobbyornithologe und Mitglied des NABU kann ich das Rätsel lösen: Es handelt sich um einen Erlenzeisig. Diese Vogelart überwintert bei uns und ist in diesem Winter in außergewöhnlich großer Zahl in unserer Region anzutreffen. Die Vögel brüten in Skandinavien und Russland und sind, wie viele andere nordische Arten, wenig scheu.
Viele Grüße Markus Schmid
26. Januar 2010 um 16:19
was ich noch vergessen habe: der Girlitz sieht sehr ähnlich aus, ist aber ein Zugvogel und weilt im Augenblick in warmen Gefilden.
26. Januar 2010 um 16:51
Ah, also doch kein Problem mit der Technik. Danke für die Aufklärung!
27. Januar 2010 um 11:11
Habe mich jetzt auch ein wenig mit der Materie beschäftigt. Es sieht so aus, als wäre mein “Vor-der-Haustür-Haustier” ein Weibchen.
Vielen Dank, Herr Schmid!
27. Januar 2010 um 15:51
@ Anna-Lena
Jetzt muss ich blöd fragen: woran hast Du das Weibchen erkannt? Hat sie die Schneeschaufel etwa mit nem Ikea-Überwurf bedeckt??? *wegduck*
27. Januar 2010 um 17:28
Nein, lieber Jens, hat sie nicht
Das Männchen hat eine dunkle Platte auf dem Kopf, das Weibchen nicht. Und das Weibchen ist weniger farbenfroh (wie leider so oft in der Tierwelt).
Kommt aber bald ein Artikel drüber.
28. Januar 2010 um 13:22
< Kommt aber bald ein Artikel drüber.
*Lob ein* Eben ganz die angehende Redakteurin! *Lob aus*
28. Januar 2010 um 14:03
Ja und was futtern die jetzt? Ich stehe jedenfalls immer etwas ratlos vor Meisenknödel, Nussnetz und Mischung mit Haferflocken im vogelfreundlichen Häuschen mit Dach und Balkon. Die Erlenzeisige haben jedenfalls bei uns schon die erste Portion “Nüsse im Netz” weggeknabbert.
28. Januar 2010 um 14:45
Die Erlenzeisige fressen besonders gerne Samen von Erlen (daher der Name) oder anderen Bäumen, Zapfen, Disteln und im Vogelhäuschen Sonnenblumenkörner oder eine “Waldvogelmischung”. Ich schätze, die nehmen sich, was ihnen gut tut.
29. Januar 2010 um 14:33
Wenn ich Freitags gen Giengen fahre, dann komme ich bei der Tankstelle immer an einer Stelle vorbei, wo auch immer ganz viele Flattermänner auf einigen Stangen “sitzen”. So goldgelbe, goldbraune … ganz süsse, leckere Kerlchen.
4. Februar 2010 um 17:19
Artikel ist jetzt erschienen. Danke!