24. Februar 2010
Während Google für sein neues Bilder-Tool “Google Streetview” munter drauflos fotografiert, haben unsere Fotografen es manchmal gar nicht so einfach, wenn Sie mit der Kamera anrücken. Dabei wollen Sie bestimmt keine Privatsphäre verletzten. Schon gar nicht heute, als wir bei einem Supermarkt anfragten, ein paar Whisky- und Champagnerflaschen fotografieren zu dürfen. Das Bild sollte zur Illustration einer dreisten Diebstahl-Masche dienen.
Doch wir bekamen eine Abfuhr. “Grundsätzlich” dürfe in ihren Häusern nicht fotografier werden. Da gibt es keine Ausnahme.
Wir schüttelten nur den Kopf. Die sind ja strenger als in Moskau, wo es angeblich eine Woche lang dauert, bis eine Pressefotograf seine Fotografiererlaubnis erteilt bekommt.
Dass in Deutschland nicht jeder und überall fotografiert werden kann, ist eigentlich eine gute Sache. Es gibt hoheitliche und private Bereiche, wo die Privatsphäre geschützt wird oder zum Beispiel Wirtschaftssspionage ausgeschlossen wird. Aber auch zur Terrorabwehr wurden Fotografierverbote verhängt. Nicht erlaubt ist es in Deutschland zudem, während laufenden Gerichtsverhandlungen zu fotografieren.
Nun hat also auch das Kaufhaus von seinem Recht als Hausherr Gebraucht gemacht. Was tun? Wir fragten einfach bei der Konkurrenz nach. Und siehe da: Sie empfingen die Pressefotografin ohne Vorbehalte und ließen sie ihre Arbeit tun.
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Geschrieben von Karin Fuchs
22. Februar 2010
Es gibt einen Heidenheimer, über den die Gerüchteküche immer vor sich hin köchelt: Achim Bullinger. Am Ende nahm ich es nicht mehr ernst, wenn wieder ein Informant uns zusteckte, dass der gewiefte Heidenheimer Geschäftsmann in Dubai, seiner neuen Wahlheimat, im Knast sitzt. Schließlich hatte ich mit Achim Bullinger vor Weihnachten persönlich telefoniert. Und Anfang Februar hatte ihn ein Kollege am Apparat. Wer im Knast sitzt, kann nicht telefonieren, so unsere Einschätzung.
Doch irgendwie häuften sich die Gerüchte seit Jahresende schlagartig. Was tun? hier weiterlesen »
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Geschrieben von Karin Fuchs
20. Februar 2010
Die Stadtwerke Heidenheim erhöhen zum 1. April den Strompreis. Längst fällige steuerliche Erhöhungen würden jetzt weitergegeben. Doch am Hungertuch nagt die 100-prozentige Tochter der Stadt nicht, wie man an den Millionen-Überweisungen an Konzessionsabgabe und Gewinnen an den Stadtsäckel sehen kann. Hat da womöglich der von Stadtverwaltung und Gemeinderat dominierte Aufsichtsrat angesichts der sich abzeichnenden Finanzprobleme der Stadt etwas Druck gemacht? Ein Lump ist wer sich etwas Böses dabei denkt!
Ich meine, angesichts der finanziellen Probleme, die nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die Privathaushalte haben, hätten die Stadtwerke auf die Strompreiserhöhung mindestens bis zum Jahresende verzichten können. Wer Millionen für nicht kostendeckende Einrichtungen wie die Schlossberg-Tiefgarage hat, der hat zumindest psychologisch schlechte Karten, wenn er an der Strompreis-Schraube dreht – und zwar nach oben.
Das mögen andere anders sehen. Ich verfolge die Stadtwerke-Politik seit fast 30 Jahren. Millionen-Summen, wie sie der aktuelle Vorstand Dieter Brünner an den Stadtkämmerer und Stadtwerke-Aufsichtsrat Dieter Zeeb überweist, gab es in der Ära vor Brünner zwar auch, aber bei weitem nicht so hohe und vor allem noch in D-Mark und nicht in Euro.
Sei’s drum: Ich bin wohl der einzige, der sich an der Strompreiserhöhung stößt. Dabei sind ja 6,2 Prozent kein Pappenstiel. Wer kriegt in diesen schwierigen Zeiten schon 6,2 Prozent mehr Lohn oder Gehalt?
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Geschrieben von Richard Wachter
14. Februar 2010
Der Fasching lässt sich derzeit nicht mal weiträumig umfahren. Kein Entkommen. Aber warum auch? Ich kann Faschingsmuffel nicht verstehen, die glauben, die fünfte Jahreszeit sei nur was für Leute mit Alkoholproblem. Dabei lässt sich doch selbst aus dem einfachsten Faschingsschlager so mancher Denkanstoß für unser Leben in heutiger Zeit erfahren. Zum Beispiel (bitte im Dreivierteltakt mitschunkeln, oder aber in die Polonaise einsteigen):
“Es gibt kein Bier auf Hawaii, drum bleib ich hier.” (Kampagne der Bundesregierung gegen die Abwanderung gut ausgebildeten Fachpersonals ins Ausland.)
“Auf und nieder immer wieder.” (Wiederspiegelung der Wirtschaftskrise, insbesondere im Hinblick auf die Aktienkurse.)
“Wir machen durch bis morgen früh.” (Arbeitsmotto von Guido Westerwelle, im Gegensatz zu den von ihm an den Pranger gestellten Hartz-IV-Empfängern, die bekanntlich nur eines im Sinn haben): “Jetzt geht die Party richtig los!”
“Humba Humba Humba Tätärääää.” (Kurzzusammenfassung von Politikerreden auf lokaler bis zur Bundesebene.)
“Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel.” (Schlummerlied von Benedikt XVI, dringend nötig angesichts von Piusbrüderschaft, Priestermangel und Mißbrauchsgeschichten in der katholischen Kirche).
Tja, wahrscheinlich gibt’s noch mehr… Aber bitte schnell: Am Aschermittwoch ist alles vorbei!
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Geschrieben von Dieter Reichl
11. Februar 2010
Für alle, denen dieser Winter ähnlich auf den Keks geht wie mir, hier ein kleines Verslein. Ich wollte dieses Gedicht übrigens einschicken für die Vierzeiler-Aktion “So ein Bier” von Stuttgarter Hofbräu. Aber das hatte keinen Sinn, denn es kommt kein Bier drin vor und es ist auch kein Vierzeiler. Jetzt gönne ich mir heute Abend eine Vers-Maß – wenn’s sein muss auch von Hofbräu.
Es tut mir in der Seele weh/wenn ich die Menge Schnee jetzt seh.
Bei soviel Weißem auf der Schippe/schmeckt nicht mal mehr die Frühstücks-Kippe.
Doch freut es mich nun deshalb auch/dass ich seit Jahren nicht mehr rauch.
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Geschrieben von Thomas Grueninger
9. Februar 2010

…mal in einem Leichenwagen mitzufahren?
Heute hatte ich die Gelegenheit, das auszutesten (natürlich rein beruflich!): Für eine Reportage für “Sonntag Aktuell” habe ich einen Bestatter besucht, der mich netterweise auf eine “Spritztour” mitgenommen hat – jedoch mit leerem Kofferaum.
Bisher hatte ich immer ein mulmiges Gefühl, mit dem Auto an einer Ampel neben einem Leichenwagen zu stehen. So, wie sich abergläubische Leute freuen, einen Schornsteinfeger zu sehen oder Angst vor schwarzen Katzen haben, habe ich ein solches Auto zugegebenermaßen immer als schlechtes Omen gedeutet. Vielleicht, weil das Thema Tod bei uns tabuisiert wird, vielleicht weil man Leichenwagen nicht so häufig sieht und immer denkt, “da liegt jemand hinten drin”. Auch von Bestattern hatte ich irgendwie ein anderes Bild. Jetzt habe ich mir das Gewerbe mit dem Tod mal näher angesehen und mich sogar in einen Leichenwagen gesetzt- und war positiv überrascht.
Hinten Platz für zwei Särge, vorn bequeme Ledersitze mit Sitzheizung, Navi, ESP, Radio und Aschenbecher (ja!), alles ziemlich komfortabel. Der hintere Wagenbereich ist sicher und blickdicht mit einer Art “Zombieschutz”, wie es mir herrausrutschte, abgetrennt. Nach ein paar Minuten Fahrt wollte ich gar nicht mehr aussteigen. Nur die ehrfürchtig-skeptischen Blicke der Passanten erinnerten mich noch daran, dass ich in einem sehr “speziellen” Auto saß. Als Wagen für jeden Tag wäre so ein überdimensionaler PKW jedoch nicht nur aus Pietätsgründen nicht geeignet: Bei Schneebedingten Fahrbahnverengungen musste ich schon mal die Luft angehalten, weil’s etwas knapper wurde. Vorurteile und Ängste bezüglich des Mysteriums “Leichenwagen” habe ich jetzt auf jeden Fall keine mehr. Denn ein kurzer Abstecher zur Autowaschanlage hat dem Ganzen einen beruhigend gewöhnlichen Charakter verpasst.
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Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier
4. Februar 2010
Manchmal ist eine spontane Entscheidung eine gute Entscheidung. Das hat sich heute Mittag wieder einmal schön bestätigt.
Eigentlich wollte ich schon lange mal in die Heidenheimer Versperkirche, aber immer war da irgendetwas. Heute wäre es gegangen, aber eigentlich wollte ich auch nicht alleine. Beim Verlassen des Pressehauses traf ich eine sehr interessante Giengenerin, mit der ich ins Gespräch kam – und die dann auf die Frage, ob sie Lust habe, mit in die Vesperkirche zu kommen, ebenso spontan nickte.
Also ab zur Pauluskirche, wo viele engagierte Leute (übrigens auch einige junge Heidenheimer) für die allerunterschiedlichsten Leute Essen bereiteten und und zu den Tischen brachten. Bedürftige bekommen ein preiswertes Essen. Und Nichtbedürftige mehr als das Dreifache. Wobei ich mir beim Umherschauen nicht vorstellen kann, dass hier viele betuchte Schnorrer zu Gange sind.
Drei Resumees: 1. Eine gute neue soziale Erfahrung gemacht. 2. Ein sehr gutes Gespräch gehabt (und eine sicher sehr interessante Folge für die Zeitungsserie der ”Heimat-Geschichten” abgemacht). Und 3. ganz “spontan” auch noch Maultaschen mit Kartoffelsalat bekommen!
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Geschrieben von Manfred Allenhoefer