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    Der Tag danach

    28. September 2009

    Irgendwie finde ich die Zeit nach der Wahl so spannend wie die Zeit vor Heilig Abend. Bei beidem freue ich mich auf die Bescherung. Was enthält das schwarz-gelbe Wahlgeschenk? Was wird die neue Regierung machen? Hält sie ihre Wahlversprechen? Werden wir steuerlich wirklich entlastet? Wie beeinflusst das Wahlergebnis die Entwicklung der Wirtschaftskrise? Lauter spannende Fragen, deren Antworten wir erst viel später wissen werden.

    Spannend bleibt die Arbeit auch in der HNP-Redaktion am Tag eins nach der Bundestagswahl: Hier werden weiterhin Wahlergebnisse gewälzt, sortiert, ausgewertet und kommentiert. “Das Ellwanger Hinterland hat ebenso an Schwärze verloren wie Schnaitheim an Röte”, lautet eine dieser Analysen. Die Volontärinnen befragen Passanten zum Ausgang der Wahl. Wir suchen nach Hochburgen der Parteien in der Stadt Heidenheim und sonstigen Wahlbesonderheiten. Wer selbst stöbern möchte, hier das Ergebnis der Zweitstimmen aufgeschlüsselt nach Wahllokalen in Heidenheim. Außerdem noch eine äußerst interessante Grafik des Wahlkreises 270 Aalen-Heidenheim.

    Ansonsten wird die morgige Zeitung vor allem überregional gespickt voll sein mit Wahlnachberichten: Angefangen von Spekulationen über Münteferings Zukunft, Reaktionen der Wirtschaft auf den Wahlausgang, die Bilanz der Wahlforscher, Berichte über die anstehenden Koalitionsverhandlungen bis hin zur Betrachtung der Lage der SPD in Baden-Württemberg. Eine schöne Bescherung eben.

      Geschrieben von Karin Fuchs


    Kiesewetter ist drin

    27. September 2009

    Der Wahlkreis Aalen-Heidenheim hat einen neuen Abgeordneten im Bundestag: Noch liegt das Ergebnis nicht komplett vor, aber Roderich Kiesewetter (CDU) scheint sehr souverän die Nachfolge von Georg Brunnhuber angetreten zu haben. Die Heidenheimer CDU schenkte ihm schon mal ein Apfelbäumchen für den heimischen Garten. Ob er in den nächsten Jahren viel Zeit haben wird, es zu pflegen, sei dahingestellt.

    Die genauen Ergebnisse plus Bilder und Stimmen zur Wahl lesen Sie natürlich morgen in Ihrer HNP.

      Geschrieben von Silja Kummer


    Wirbelwind

    23. September 2009

    Gerade, in der Mittagspause, einen herrlichen Termin gehabt: Breakdance am ZOB. Ein 31jähriger Berufsbreaker, aus Überlingen/Berlin, immerhin mal deutscher Vizemeister, tanzt für das modellhafte Heidenheimer Jugendkultur-Projekt “Respect!” Und jetzt wirbelt er, auf einer Hand oder zwei Händen und mit teils unglaublicher Schräglage, gleich neben der Öllache am Busbahnhof.

    Nein, Berührungsängste hat der nicht. Im privaten Gespräch outet er sich als “Nikeaner”; von den Schuhen bis zur Mütze trägt alles das entsprechende Label. Das Nike-Deo hat freilich schon ein wenig nachgelassen.

    Aber der Wirbelwind hat ja bereits an zwei Schulen mächtig was hergemacht.

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Umfragen…

    21. September 2009

    Montag ist Umfragetag.
    Heute sind wir Volontäre der HNP wieder ausgeschwärmt und haben wehrlose Heidenheimer befragt… Doch warum so scheu? Dieses Mal waren drei “Ich muss zum Arzt”-Ausreden mit dabei (Schweinegrippe vielleicht?), die Wochen davor “Die Bank macht in einer Stunde zu” (so lange brauchen wir nun auch wieder nicht für drei Fragen) und “Meine Parkuhr läuft gleich ab” (ok, das kommt mir plausibel vor). Da wird man leicht misstrauisch, manche Passanten geben sich nämlich keine Mühe, uns das glaubhaft zu machen. Hoch im Kurs stehen auch: “Ich bin nicht von hier” und “speak no German”. Die wohl skurrilste Ausrede, die meine Volontärskollegin Carolin Wöhrle je bekommen hat, als sie nach einem Foto fragte: “Nein, das geht nicht. Ich werde von der Polizei gesucht.” Das ist dann doch schon wieder unterhaltsam.
    Aber mal ehrlich, wir tun Ihnen doch nichts! Nur unseren Job…

    Wer uns doch noch seine Meinung mitteilen möchte, kann das auch im Blog unter der Kategorie “Frage der Woche” tun. Da verlangen wir dann auch kein Foto von Ihnen. Versprochen!

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier


    Flott!

    17. September 2009

    Eben gesehen: Flotter Mini, flotte Fahrerin. Auto-Nummer: -MY 911. Das ist ganz unporschemäßig flottes Understatement!

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    IAA

    16. September 2009

    Im Gegenzug zum Ausweis der Polizei ist der Presseausweis kein respekteinflössendes Papier, aber er kann Türen öffnen. So etwa zur internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt. Dabei ist bei den zwei Pressetagen zu Beginn der IAA kaum Geld gespart, denn der Eintritt an den Publikumstagen ist hier nicht teuer, aber es sind bedeutend weniger Leute in den Messehallen. Das heißt, man kommt an die Autos ran, kann reinsitzen und mit etwas Glück sogar mit den Chefs der Autofirmen plaudern. Oder man soll auf gut Englisch einer netten Dame aus Schweden am Stand von Saab für deren Umfrage erläutern, ob der neue 9.5er auf dem deutschen Markt ein Erfolg werden kann. Da merkt man dann schon, dass man Englisch vor 30 Jahren gelernt hat, es im Heidenheimer Alltag nun wirklich nicht braucht und auch für den Urlaub in Österreich nicht einmal rudimentäre Kenntnisse nötig sind. Aber so ein Messetag soll ja nicht nur für das Standpersponal mit Anstrengungen verbunden sein.

    Was auffällt an der IAA dieses Jahr sind die deutlichen Spuren der Automobilkrise. Nur wenige Unternehmen leisten sich noch solch opulentren Messeeinrichtungen wie in früheren Jahren. Die Stände sind kleiner, das Spektakel ist reduziert. Die Briten zeigen wie es geht. Auf dem Stand von Triumph steht der Sattelschlepper, der die zehn Motorräder gebracht hat, diese sind vor dem Fahrzeug geparkt und dazu gibt es Ölfässer zur Deko. Aber wozu braucht es auch Motorräder auf einer Automobilschau? Die Italiener setzen nach wie vor auf weibliche Reize. In jedem Auto steckt eine Frau drin, die sich irgendwie räkelt. Weil Chrysler nun auch Geld von Fiat hat, hocken nun auch Frauen in Jeeps drin. Das war früher nicht so.

    Traurig geht es bei Opel zu. Nur noch der neue Astra werden gezeigt und der Insignia. Daneben einen Stromer. Abgesehen von russischen Sportwagenherstellern hat nun wohl jeder Automobilhersteller einen Stromer oder einen Hybrid im Angebot oder in der Pipeline mit dem man die Zukunft gewinnen oder zumindest eine zurückhaltende Käuferschar zum Kauf animieren will. Autokauf als aktiver Umweltschutz, das ist die Idee. Meine Leidenschaft ist das aber nicht. Für den Umweltschutz gehe ich dann schon lieber zu Fuß. Wenns ans Fahren geht, soll dies auch Vergnügen bereiten.

    Machen dies die vielgerühmten deutschen Premium-Autos noch? Überall werden Helferlein eingebaut, die aus dem Fahrer am Ende einen Fahrgast machen. Es ist eine Überperfektion da und eine Übervorsicht. Autos für die Altersgruppe über 80. Die selbst das Licht einschalten, die abbremsen, wenn man zu dicht auffährt, die die Spur halten und auf Knopfdruck auch noch einparken. Man muss nicht mehr schalten und die Geschwindigkeit hält der Tempomat. Warum fährt man da nicht einfach Zug und nimmt für die restlichen Kilometer ein Taxi?

    Freude macht es da einen Stand wie Melkus zu sehen. Die DDR-Rennsport-Legende wird von der Familie wiederbelebt. Zwar muss man heute in Dresden nicht mehr wie in der Mangelwirtschaft des Sozialismus die Fahrzeuge zusammenbasteln, aber die Handarbeit ist auch heute Siegel des Unternehmens. Anders als bei einem Luxusfahrzeug wie dem Maybach ist der Begriff Manufaktur hier noch angebracht. In einem aber ist es wie in der DDR. Beim einem Stückpreis von 100 000 Euro werden sich nicht viele finden, die sich diesen Rennsportwagen leisten können.

      Geschrieben von Guenter Trittner


    Entrollert

    15. September 2009

    Hab’ ich doch gestern abend glatt meinen Roller verkauft. Damit fällt künftig ein Drittel meiner “klassischen Entspannungs-Trias” weg, die ich vor Jahren mal so definiert habe: “therapeutisches Rasen – meditatives Rollern – regeneratives Radeln”. Also gut, nicht mehr mit schön gleichmäßiger Drehzahl und mit gleicher Frequenz dazu ein “Ommm” auf den Lippen übers Härtsfeld getuckert. Schade, das hat was – solange sich nicht von hinten ein schneller Lastwagen aufdrängt.

    Motorrad und Rad gibt’s noch; und dazu eine vierte Betätigung, die auch ganz schön entspannen und entfrusten hilft: das Laufen. Da steht immerhin für nächsten Sonntag das Halbmarathon in Ulm an.

    “Ommm”!

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Irgendwo im nirgendwo

    15. September 2009

    Mitten im Nirgendwo liegt Heidenheim. Man findet es, wenn man einen weißen Fleck auf der Landkarte zwischen Stuttgart, Nürnberg und Ulm sucht.
    Das behaupte nicht ich, sondern Frau Klein (wer immer das auch ist, zumindest ist sie dies auf dem Foto). Sie schreibt ihre Beschreibung Heidenheims nieder in Kerstins kleinem Blog, auf den ich per Zufall bei der täglichen Internet-Recherche über Heidenheim gestoßen bin. Dass Frau Klein einen Abend mit Hape Kerkeling im “Pfauen” verbracht haben soll, verblüfft mich dann etwas beim Lesen ihres Eintrags über Heidenheim. “War denn Hape Kerkeling hier”, frage ich meine Kollegin, die aber ebenso erstaunt guckt. Dann fällt’s mir wie Schuppen von den Augen: Frau Klein hat schlicht und einfach Kerkelings Buch gelesen – als sie mal weg war irgendwo im nirgendwo.

      Geschrieben von Karin Fuchs


    Fest in Frauenhand

    9. September 2009

    Hilfe? Nein, wirklich nicht. Aber: Die HNP-Seiten werden heute ausschließlich von Frauen gemacht – mit meiner Ausnahme. In der Stadtredaktion sitzen zwei bewährte Redakteurinnen, unterstützt von der neuen Volontärin. Und auch das Sekretariat ist fest in weiblicher Hand.

    Macht 5 : 1.  Genau wie bei mir daheim.

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Dinner im Dunkeln

    9. September 2009

    Am Samstag hatte ich eine Erleuchtung- im Dunkeln. Ich habe endlich den Gutschein fürs Dunkelrestaurant „aus:sicht“ in Stuttgart eingelöst und mich erstmals richtig mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was es heißt, blind zu sein.
    Die Kellner im Restaurant sind alle blind oder schwerst sehbehindert. Das Restaurant ist eine Art Zusammenführung zwischen Sehenden und Blinden. Erschreckend, wie hilflos man im (wirklich stock-!!!)Dunkeln sein kann: In einer Polonaise wurden wir zu unserem Tisch geführt. Lautes Stimmengewirr ließ schließen, dass viele Leute anwesend sein mussten und der Raum sehr groß war. Allein wieder rausfinden? Unmöglich. Am Tisch das erste Problem: Stuhl ertasten und sich setzen. Außer uns saßen noch vier andere Leute am Tisch, wie wir schnell feststellten. Nach flüchtigem kennen lernen (wobei die Stimme Symphatieträger Nummer eins ist), war auffallend, dass die Kommunikationshemmschwelle viel niedriger als normal liegt. Sofort redet man gelöst, als würde man sich schon ewig kennen.
    Die nächste Hürde: Selber Wein einschenken (Tipp für alle, die das auch mal machen wollen: Finger in das Glas halten). Dann kam das Essen: Drei uns unbekannte Gänge wurden serviert- eine abenteuerliche Herausforderung für die restlichen Sinne und meine Feinmotorik. Lachen musste ich des öfteren, zum Beispiel als ich mir die leere Gabel versehentlich in den Mund geschoben hatte, oder die Vorspeise an einem Chicorréeblatt zu scheitern drohte.
    Die Tischmanieren gingen flöten: Man kann ja ungesehen lümmeln, und wenn man nicht mehr weiß, wo sich auf dem Teller das Gemüse positioniert hat, tastet man sich, im wahrsten Sinne des Wortes, schon mal vor. Zum Getränke bezahlen hatten wir ein Säckchen mit Münzen. Auffallend war zudem, dass man eher zum lauten reden neigt, da man die Distanz zum Tischnachbarn nicht einschätzen kann. So war die Lautstärke im Raum immens.
    Während des Essens gab es ein Kulturprogramm mit Flügelmusik.
    Ich ziehe den Hut vor den flinken Kellern, die im ganzen Durcheinander ihren Job hervorragend meisterten und für Fragen offen waren. Eine Überraschung war es, die Tischnachbarn im Hellen zu sehen. Verrückt, wie einen die eigene Wahrnehmung täuschen kann.
    Berkleckert hab ich mich im Dunkeln übrigens nicht. Für diesen Abend war es aufregend, aber ein Leben lang blind zu sein? Respekt vor allen, die sich diesem schweren Schicksal stellen müssen.

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier