Heidenheims Gemeinderat ist durch die Wähler am Sonntag kräftig umgekrempelt worden. CDU und Freie Wähler, die OB Ilg und der Stadtverwaltung in der vergangenen Wahlperiode fast immer eine Mehrheit sicherten, haben jeweils zwei Sitze verloren. Die CDU hat künftig nur noch elf Mandate, die Freien Wähler fünf. Von diesen Verlusten der bürgerlichen Parteien konnte die SPD nicht profitieren. Nach dem schlechten Ergebnis vor fünf Jahren verloren die Sozialdemokraten erneut, büßten einen weiteren Sitz ein und verfügen künftig nur noch über acht Mandate.
Der große Sieger sind die Grünen. Sie gewannen zwei Sitze hinzu und haben jetzt sieben Männer und Frauen im Stadtparlament. Freuen dürfte sich auch die Partei Die Linke, die erstmals antrat und auf Anhieb zwei Sitze errang. Die andere Linksaußenpartei, die DKP büßte ein Mandat ein und ist nur noch mit einem Stadtrat im Gemeinderat vertreten. Die FDP kandidierte nach über 30 Jahren wieder und holte sich einen Sitz.
Bei der CDU schafften die amtierenden Stadtäte Karl-Heinz Vollmer, Siegfried Geyer und Maria Högerl den Wiedereinzug in den Rat nicht. Überraschenderweise gelang dies aber dem Mandelbrenner Manfred Popp, der vom letzten Listenplatz 28 aus einen Sitz errang. Dass FCH-Manager Holger Sanwald angesichts des Aufstiegs der Kicker in die 3. Bundesliga in den Rat einzieht, überrascht nicht. Erwähnenswert: Dr. Ulrike Hurler ist diesmal mit 8932 Stimmen Heidenheims Nummer 1 unter allen Kandidatinnen und Kandidaten.
Bei der SPD schaffte Rudi Neidlein mit 8205 Stimmen das beste Ergebnis, gefolgt von Kurt Wehrmeister (6855) und Gerhard Oberlader (5663). Jürgen Bohnert, pensionierter Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, zieht in den Gemeinderat ein und wechselt damit die Fronten.
Wenig Freude am Ergebnis dürfte der Fraktionschef der Freien Wähler, Uli Grath haben. Zwei Sitze sind weg. Mit 5171 Stimmen erhielt er sogar weniger Stimmen als sein “grüner Bruder” Martin Grath, der bei den Grünen auf 5223 Stimmen kam. Die Verjüngungskur bei den “Freien” kam beim Wahlvolk wohl nicht so gut an. Die früheren “Platzhirsche” wie Günter Haug, Rudolf Schäfer und Anton Grath sind offenbar nicht so leicht ersetzbar.
Heidenheims Alt-Grüner Michael Sautter wird sich den 7. Juni 2009 sicher im Kalender dick anstreichen. Fast 20 Prozent der Stimmen und sieben Sitze, zwei mehr als bisher, sind das beste Ergebnis der Grünen seit ihrer ersten Teilnahme an Gemeinderatswahlen.
Dass nach dem kommunalpolitischen Ruhestand von Uli Huber die DKP doch wieder im Rat vertreten ist, war nicht zu erwarten. Die Kommunisten büßten allerdings einen ihrer zwei Sitze ein. Nun ist Reinhard Püschel Solist der Linksaußen-Partei.
Zwei Sitze holten auf Anhieb die Linken rund um Horst Mack. Das reicht allerdings nicht, um eine Fraktion bilden zu können. Vielleicht schließen sie sich ja mit DKP-Mann Reinhard Püschel zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammen.
Last not least die FDP. Heidenheim ist für die Liberalen seit Jahrzehnten kein gutes Pflaster. Dennoch schaffte diesmal Uwe Maiter auf der FDP/DVP-Liste den Einzug.