• Home
  • Über uns
  • Hilfe zum Blog
  • Impressum
  •  

    Ein unweites Feld?

    26. Juni 2009

    Schon seit einigen Wochen warte ich darauf, dass auch in Heidenheim Hermine Huntgeburths Verfilmung von Fontanes “Effi” anläuft. Schließlich habe ich mal (angefangen freilich bereits vor einem Vierteljahrhundert!) promoviert über Fontane.  Dabei hat “Effi” speziell keine so große Rolle gespielt, aber immerhin . . .

    Als ich Anfang der Woche die Liste der Filmtitel bekam, stieß ich zuerst auf “Neu: Ice Age 3″. Prima, dachte ich, da muss ich hin, gucken, was es neues vom Mammut Manni gibt. Aber dann fand ich den Hinweis auf die Fontane-Verfilmung; und klar: nicht nur das Pflichtbewusstsein sprach für “Effi”. Freilich war dann die Enttäuschung um so größer . . .

    Morgen ist die Besprechung in der HNP.

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Limakologie

    26. Juni 2009

    “Komm her” hat sich getraut und sich nicht schrecken lassen von der Warnung “Vorsicht bissig”. Traut nebeneinander lagerten am Donnerstagabend die beiden Schnecken im Gras. Im Heidenheimer Westen, jenseits des Rehberg, geschieht zur Zeit Seltsames. Immer wieder stoßen Wanderer im lieblichen Untertal auf mit schwarzem Stift markierte Schnecken. Mal tragen sie einen Namen, mal wie oben angeführt eine Aufforderung  oder eine Mahnung.  Immer aber das Datum der Beschriftung. Dieser Beitrag zur Limakologie (Schneckenkunde) ist amüsant. Man spürt direkt den behausten Schnecken nach, wenn man hier im Gelände unterwegs ist. Und ist berührt, wenn man sieht, dass das Gehäuse von Max inzwischen leer ist. Wie nur mag es Ophelia gehen? Was man als Wanderer dabei auch bemerkt, dass man in diesem Jahr nicht allein unterwegs ist. 2009 ist ein Schneckenjahr. Wohin immer der Blick fällt, es ist eine Schnecke da. Meist nackig und oft genug in leuchtendem Orange.

      Geschrieben von Guenter Trittner


    Brief von Olaf Scholz

    22. Juni 2009

    Vorige Woche bekam ich Post von Olaf Scholz, seines Zeichens Bundesminister für Arbeit uns Soziales. Was der von mir will? Vielleicht Wahlkampf betreiben?, vermutete ich und reiß das Kuvert auf. Es ist einer dieser anonymisierten Briefe, die wie Werbebriefe daherkommen. Adressiert an “die Betriebsräte der Unternehmen in Deutschland”. Aha! In erster Linie geht es um die neu beschlossenen Regelungen zum Kurzarbeitergeld. Interessant jedoch sind die Sätze, in die alles eingebettet ist:

    “Deutschland erlebt den stärksten Konjunktureinbruch seit 1949. Davon bleibt der Arbeitsmarkt nicht verschont. Das spüren wir täglich.
    Aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben es nicht zu verantworten, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um voraussichtlich sechs Prozent schrumpfen wird.”

    Danke, lieber Herr Scholz, dass Sie uns Arbeitnehmer von jeglicher Schuld frei sprechen. Wir waren es ja auch nicht, die das Geld der Banken verzockt haben, denke ich mir bei dem Satz und lese weiter:

    “Es darf nicht sein, dass sie das ausbaden müssen, was ihnen durch die Profitgier an den Finanzplätzen dieser Welt hinterlassen wurde.”

    Da hat er recht! Nur was sagen dazu all diejenigen, die um ihren Job bangen müssen, die ihn vielleicht schon verloren haben. Oder Unternehmer, die ihre Firma durch die schwierigen Zeiten manövrieren müssen, denen die Aufträge wegbrechen und nicht wissen, ob und wie sie diese Krise überstehen werden. Sie baden aus – ob sie wollen oder nicht.

    Im Brief folgt eine Beschreibung der Regelungen zur Kurzarbeit, beigelegt eine Broschüre des Arbeitsministeriums. Beeindruckt hat mich dann noch der letzte Satz des Briefes:

    “Das Wissen und das Können der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bilden das Fundament, das uns durch die Krise tragen kann und auf dem wir den nächsten Aufschwung bauen können.”

    Ich betrachte die krakelige Unterschrift, die wohl Olaf Scholz heißen soll, und denke mir, dass ich solch aufmunternde Worte aus Berlin den Blog-Lesern nicht vorenthalten darf.

    Mehr zum neuen Kurzarbeitergeld steht übrigens auf www.einsatz-fuer-arbeit.de

      Geschrieben von Karin Fuchs


    Gespräch am Stadionrand

    16. Juni 2009

    Manchmal sind auch Gespräche am Rande denkwürdig. So wie eines gestern am Rande des Albstadions mit Bauarbeitern, das fast schon philosphischen Charakter hatte. “Wir reißen das ab, was wir erst voriges Jahr gebaut haben, das ist doch frustrierend”, sinnierte einer der Arbeiter, der schon dabei war, als das Stadion in Windeseile für die Regionalliga umgebaut wurde. Der kleine Frust ist durchaus menschlich: Schließlich zerstört keiner gerne Dinge, die er mit seiner Hände Arbeit erst kürzlich errichtet hat und die noch voll funktionstauglich sind. Ein Trost: Selbst wenn der FCH wieder die Liga wechselt, egal ob nach unten oder nach oben, bleibt das jetzt Erbaute bestehen.

      Geschrieben von Karin Fuchs


    Husch husch ins Ziel?

    15. Juni 2009

    Der Heidenheimer Stadtlauf war eine eigentlich rundum gelungene Sache. Die Resonanz an Läufern war so groß, das Stadtlaufvereins-Chef Wolfgang Schön davon ausgeht, dass Heidenheim wieder zu den zehn größten Läufen im Lande gehört.

    Die Resonanz bei den Läufern fiel sehr unterschiedlich aus _ aber nicht in Bezug auf Organisation oder Strecke oder Publikum (das begeistert bis herzlich mit-”ging”). Nein: In bezug auf die eigene Leistung. Da waren Leute tief frustiert, die sich sehr sehr gewissenhaft vorbereitet hatten und ein bestimmtes Zeitziel erreichen wollten (z.B. Halbmarathon unter zwei Stunden!) _ und dann doch so ganz anders vorankamen als erhofft. Oder manche hatten kleinere gesundheitliche Blessuren: Ein hochrangiger Voith-Manager schickte mich weiter, weil sein Fuss derzeit nicht ganz unproblematisch sei. “Doch aufgegeben wird nicht”, meinte er ohne einen Ton Verunsicherung. Dieser Spirit lässt hoffen, dass Voith gut durch die Krise kommt . . .

    Auch Politiker waren unterwegs; doch das oft ausgetragene Duell Oberlader-Grath bieb diesmal aus.

    Warum und einige Namen: demnächst in der HNP.

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Ja, die Provinz!

    9. Juni 2009

    “Was, Sie benutzen noch ein Stofftaschentuch?” Manchmal sind es Kleinigkeiten, die schlagartig kulturelle Divergenzen beleuchten. Ich sitze gestern abend überm Vogelherd, neben mir eine Redakteurin von Spiegel-TV, die aus Hamburg kam. Wir sind ins Gespräch gekommen, haben über dieses und jenes geplaudert und geredet, nicht zuletzt über (z.T. Staunen machende) Vorzüge unseres Kreises hier auf der Ostalb. Und dann das!

    Nun bin ich bekennend heimattreu und bezeichne mich bei solchen Anlässen auch immer ungeniert als Vertreter der “Heimatpresse”. Und deshalb füge ich gegenüber der Hamburger Kollegin auch gleich hinzu: “Ich habe auch kein Handy”. Doch da reagiert sie nicht ganz so überrascht: Das habe sie heute schon einmal gehört, meint sie. Auch Prof. Conard, der Ausgräber vom Vogelherd, habe kein Handy. Na ja, der kommt immerhin aus Tübingen, ist Amerikaner und weltweit tätig.

    Aber die Kollegin ist weiss Gott nicht herablassend. Wir reden noch über alles Mögliche, über Vogelherd/Lonetal natürlich oder über Georg Elser, über Voith-Turbinen und Patentdichte usw. Die Kollegin ist interessiert, bittet um die Telefonnummer. Und immerhin kann ich ihr ja auch eine e-Mail-Adresse anbieten; soweit sind wir dann schon hier in der Provinz.

    Übrigens fiel mir beim Heimfahren ein, dass ich Provinzler besagtes Taschentuch erst letzten September in einem Designerladen in Baltimore, wo ich eine meiner Töchter besuchte, gekauft habe. Hätte das die Hamburgerin beeindruckt?

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Große verlieren – Kleine gewinnen

    8. Juni 2009

    Heidenheims Gemeinderat ist durch die Wähler am Sonntag kräftig umgekrempelt worden. CDU und Freie Wähler, die OB Ilg und der Stadtverwaltung in der vergangenen Wahlperiode fast immer eine Mehrheit sicherten, haben jeweils zwei Sitze verloren. Die CDU hat künftig nur noch elf Mandate, die Freien Wähler fünf. Von diesen Verlusten der bürgerlichen Parteien konnte die SPD nicht profitieren. Nach dem schlechten Ergebnis vor fünf Jahren verloren die Sozialdemokraten erneut, büßten einen weiteren Sitz ein und verfügen künftig nur noch über acht Mandate.

    Der große Sieger sind die Grünen. Sie gewannen zwei Sitze hinzu und haben jetzt sieben Männer und Frauen im Stadtparlament. Freuen dürfte sich auch die Partei Die Linke, die erstmals antrat und auf Anhieb zwei Sitze errang. Die andere Linksaußenpartei, die DKP büßte ein Mandat ein und ist nur noch mit einem Stadtrat im Gemeinderat vertreten. Die FDP kandidierte nach über 30 Jahren wieder und holte sich einen Sitz.

    Bei der CDU schafften die amtierenden Stadtäte Karl-Heinz Vollmer, Siegfried Geyer und Maria Högerl den Wiedereinzug in den Rat nicht. Überraschenderweise gelang dies aber dem Mandelbrenner Manfred Popp, der vom letzten Listenplatz 28 aus einen Sitz errang. Dass FCH-Manager Holger Sanwald angesichts des Aufstiegs der Kicker in die 3. Bundesliga in den Rat einzieht, überrascht nicht. Erwähnenswert: Dr. Ulrike Hurler ist diesmal mit 8932 Stimmen Heidenheims Nummer 1 unter allen Kandidatinnen und Kandidaten.  

    Bei der SPD schaffte Rudi Neidlein mit 8205 Stimmen das beste Ergebnis, gefolgt von Kurt Wehrmeister (6855) und Gerhard Oberlader (5663). Jürgen Bohnert, pensionierter Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, zieht in den Gemeinderat ein und wechselt damit die Fronten.

    Wenig Freude am Ergebnis dürfte der Fraktionschef der Freien Wähler, Uli Grath haben. Zwei Sitze sind weg. Mit 5171 Stimmen erhielt er sogar weniger Stimmen als sein “grüner Bruder” Martin Grath, der bei den Grünen auf 5223 Stimmen kam. Die Verjüngungskur bei den “Freien” kam beim Wahlvolk wohl nicht so gut an. Die früheren “Platzhirsche” wie Günter Haug, Rudolf Schäfer und Anton Grath sind offenbar nicht so leicht ersetzbar.

    Heidenheims Alt-Grüner Michael Sautter wird sich den 7. Juni 2009 sicher im Kalender dick anstreichen. Fast 20 Prozent der Stimmen und sieben Sitze, zwei mehr als bisher, sind das beste Ergebnis der Grünen seit ihrer ersten Teilnahme an Gemeinderatswahlen.

    Dass nach dem kommunalpolitischen Ruhestand von Uli Huber die DKP doch wieder im Rat vertreten ist, war nicht zu erwarten. Die Kommunisten büßten allerdings einen ihrer zwei Sitze ein. Nun ist Reinhard Püschel Solist der Linksaußen-Partei.

    Zwei Sitze holten auf Anhieb die Linken rund um Horst Mack. Das reicht allerdings nicht, um eine Fraktion bilden zu können. Vielleicht schließen sie sich ja mit DKP-Mann Reinhard Püschel zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammen.

    Last not least die FDP. Heidenheim ist für die Liberalen seit Jahrzehnten kein gutes Pflaster. Dennoch schaffte diesmal Uwe Maiter auf der FDP/DVP-Liste den Einzug.

      Geschrieben von Richard Wachter


    Einer wird gewinnen

    3. Juni 2009

    “Das große Quiz zur Europäischen Union” brachte die Heidenheimer EU-Abgeordnete Dr. Inge Gräßle heute mit zum Pressetermin. Mit dem handlichen Kartenspiel, das die Politikerin als Geschenk vor der Wahl verteilt, hat sich die HNP-Redaktion schon ein wenig beschäftigt. Zwar haben nicht alle Redakteure/innen die gleiche Einstellung zu Europa (wie eigentlich zu den wenigsten Themen), aber knifflige Fragen beantworten wir alle gern. Eine Kostprobe? Welcher Politiker unterzeichnete für Deutschland die “Römischen Verträge”? Wieviele offizielle Amtssprachen gibt es in der EU? Welche deutsche TV-Unterhaltungsshow sollte den europäischen Gedanken fördern? Nicht jeder wusste alles, aber es entspann sich schnell eine Diskussion aus dem Quiz. Das ist wahrscheinlich auch Sinn der Sache.

    Warum Inge Gräßle es wichtig findet, am Sonntag zur Wahl zu gehen, und interessante Fakten zur Kommunalwahl in Heidenheim lesen Sie morgen in der HNP.

    Ach ja, die richtigen Antworten: Konrad Adenauer, 23 und, passend zur Wahl, “Einer wird gewinnen”.

      Geschrieben von Silja Kummer


    Vor dem Wahlsonntag

    2. Juni 2009

    Ein Wahltag ist im journalistischen Alltag eine spannende Sache gepaart mit viel Arbeit: Trends, Ergebnisse, Analysen, Statistiken, O-Töne gehören zu einer guten und umfassenden Berichterstattung wie das Salz in der Suppe. Wenn die Wahllokale am kommenen Sonntag schließen, geht die Arbeit deshalb nicht nur bei den Auszählern so richtig los, sondern auch in der HNP-Redaktion. Vier Stunden Zeit bleiben uns dann bis zum Redaktionsschluss. Damit am Wahlabend ein Rädchen ins andere greift, haben wir mit den Vorbereitungen bereits begonnen. Noch sind die Tabellen und Grafiken leer, die wir am Sonntag Abend mit Ergebnissen füllen werden. Berichtet wird in der Montagsausgabe der HNP über die Europawahl: So hat der Landkreis, so die Stadt Heidenheim gewählt.
    Die Ergebnisse der Kommunalwahl liegen allerdings erst nach der redaktionellen Deadline ( so heißt das Zeitlimit im Fachjargon) vor. Die Kreitagswahl dürfte kurz vor Mitternacht ausgezählt sein, mit den Stimmen der Gemeinderatswahl beschäftigen sich die Wahlhelfer erst am Montag. Deshalb gibt es die Berichterstattung darüber in der Dienstagsausgabe der HNP. Soweit unsere Planung – falls kein Auszählungsfehler zu Verzögerungen führt. Doch davon gehen wir erst einmal nicht aus.

      Geschrieben von Karin Fuchs