• Home
  • Über uns
  • Hilfe zum Blog
  • Impressum
  •  

    Danke, Margarete!

    12. März 2010

    Als Volontärin aus dem “fernen” Heidenheim, die seit drei Monaten für das Ressort Giengen schreibt, entwickelt man doch schnell eine Art Stolz und Affinität für die große Kreisstadt, die bisher eher weniger im Fokus meiner Aufmerksamkeit stand.

    Gestern nehme ich das aktuelle Zeitmagazin zur Hand und entdecke in der Rubrik “Heiter bis Glücklich” ein kleines Stück regionale Verbundenheit:

    “Zu Ostern bringt die Firma Steiff eine neue Kollektion Stofftiere heraus, für uns ist der Kampf im Kinderzimmer gegen Prinzessin Lillifee damit entschieden”.

    Und fühle mich in zweierlei Hinsicht bestätigt:

    Erstens, weil man uns da draußen scheinbar doch kennt, in der großen weiten Welt (zumindest die Firma Steiff, aber ich rede mir ein, dass sich die Mehrzahl der interessierten Zeit-Leser über die Herkunft der Plüschtiere bewusst ist) 

    Zweitens weil der gute alte Teddybär scheinbar weiterhin den Kommerz-Spielzeugwahn in rosarot schlägt.

    Was denken unsere Blog-Leser, sollten Kinder mit Prinzessin Lillifee-, Hello Kitty-, und Hannah Montana-Produkten spielen?

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier


    Wie ist eigentlich das Gefühl…

    9. Februar 2010

    …mal in einem Leichenwagen mitzufahren?

    Heute hatte ich die Gelegenheit, das auszutesten (natürlich rein beruflich!): Für eine Reportage für “Sonntag Aktuell” habe ich einen Bestatter besucht, der mich netterweise auf eine “Spritztour” mitgenommen hat – jedoch mit leerem Kofferaum.
    Bisher hatte ich immer ein mulmiges Gefühl, mit dem Auto an einer Ampel neben einem Leichenwagen zu stehen. So, wie sich abergläubische Leute freuen, einen Schornsteinfeger zu sehen oder Angst vor schwarzen Katzen haben, habe ich ein solches Auto zugegebenermaßen immer als schlechtes Omen gedeutet. Vielleicht, weil das Thema Tod bei uns tabuisiert wird, vielleicht weil man Leichenwagen nicht so häufig sieht und immer denkt, “da liegt jemand hinten drin”. Auch von Bestattern hatte ich irgendwie ein anderes Bild. Jetzt habe ich mir das Gewerbe mit dem Tod mal näher angesehen und mich sogar in einen Leichenwagen gesetzt- und war positiv überrascht.
    Hinten Platz für zwei Särge, vorn bequeme Ledersitze mit Sitzheizung, Navi, ESP, Radio und Aschenbecher (ja!), alles ziemlich komfortabel. Der hintere Wagenbereich ist sicher und blickdicht mit einer Art “Zombieschutz”, wie es mir herrausrutschte, abgetrennt. Nach ein paar Minuten Fahrt wollte ich gar nicht mehr aussteigen. Nur die ehrfürchtig-skeptischen Blicke der Passanten erinnerten mich noch daran, dass ich in einem sehr “speziellen” Auto saß. Als Wagen für jeden Tag wäre so ein überdimensionaler PKW jedoch nicht nur aus Pietätsgründen nicht geeignet: Bei Schneebedingten Fahrbahnverengungen musste ich schon mal die Luft angehalten, weil’s etwas knapper wurde. Vorurteile und Ängste bezüglich des Mysteriums “Leichenwagen” habe ich jetzt auf jeden Fall keine mehr. Denn ein kurzer Abstecher zur Autowaschanlage hat dem Ganzen einen beruhigend gewöhnlichen Charakter verpasst.

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier


    Alltags-Oase (II)

    25. Januar 2010

    Lieber einen Spatz in der Hand, als eine Taube auf dem Dach?

    Nicht ganz. Dieser kleine Flattermann schläft seit Neuestem vor meiner Haustür auf unserer Schneeschaufel und ist sogar recht zutraulich – wenn man bedenkt, dass das Foto aus nur 30 cm Entfernung aufgenommen wurde. Wer kennt sich aus oder hat ein Arten-Bestimmungsbuch daheim? Grüne Federn mit gelben Akzenten? Ein Papagei ist es jedenfalls nicht.

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier


    AL emotion

    3. Dezember 2009

    Ich bin ja, obgleich Journalist, tiefstinnerlich ein sehr diskreter Mensch. Trotzdem fühle ich mich aufgerufen, auf dieser (öffentlichen) Ebene einen eben vollzogenen Unterwäsche-Kauf zu referieren.

    Beschlossen wurde der bei der Lektüre der Bild-Zeitung gestern nacht: Da war eine Anzeige drin: C&A verkauft “Retro Shorts”, und zwar eine spezielle “Bild Kollektion”. Das besondere daran, neben ihrer Farbigkeit: Auf dem Bund der Buxen steht “AL emotion”.

    Muttu habba, dachte ich mir – und besorgte die “AL”-Edition, die gerade in diesen für mich durchaus hochemotionalen Zeiten angemessen sein dürfte.

    Machte beim Kauf, übrigens, wieder einmal die Erfahrung, dass die Welt doch oft genug ziemlich überschaubar ist. Fand die “AL”-Höschen nämlich nicht gleich, sprach Personal an – ein junges, eher verunsichertes Ding, das nicht so recht Bescheid wusste. “Bist Du Praktikantin?”, fragte ich. “Ja. Woher wissen Sie? Sind Sie Lehrer?”, fragte sie zurück. Nun ist meine Frau Lehrerin und hat mit ihren Achtklässlern diese und nächste Woche Praktikumszeit, sie besucht derzeit alle an ihrer Arbeitsstelle. Und so stellt sich heraus: Bei C&A arbeitet gerade auch eine Ostschul-Praktikantin – und die wurde just heute von meiner Frau besucht.

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Trendklau?

    30. Oktober 2009

    Morgen ist der 31. Oktober. In den USA ein groß gefeierter Tag, bei uns auch immer beliebter: Halloween.
    Aus dem Warenangebot vieler Läden könnte man schließen, dass der usprüngliche Anlass, nämlich der, böse Geister zu vertreiben, von einer Art zweiten Karneval überschattet wird. Wo bei uns der Fokus noch hauptsächlich auf harmlosen Grusel-Masken und künstlichen Spinnweben liegt, ziehen in Amerika die Kinder in zweckentfremdeten süßen Prinzessinen-und Tierkostümen los, um mit dem Spruch “Trick or Treat” möglichst viele Süßigkeiten zu erbeuten. Häuser werden mit Plastikdekos geradezu überladen, man könnte meinen, ein nationaler Feiertag stehe an. Vor drei Jahren konnte ich mir selbst ein Bild von Halloween in den USA machen, ganze Schulklassen tummelten sich schon mittags verkleidet in den Städten, Muffins gab es fast nur noch mit orangefarbenem Zuckerguss und auf der Straße verteilten dutzende “Darth Vaders” Flyer für Halloween-Aktionen und Veranstaltungen. Der einst irische Brauch, der in den USA zum Trend wurde, schwappt auch immer mehr zu uns über. Was für den einen geschmackloser Kommerz-Kitsch ist, ist für den anderen ein weiterer, einfallsreicher Grund zum feiern. Geldmacherei oder spaßiges Event?
    Ich weiß es nicht. Aber morgen gehts erst mal zu einer Halloweenparty, schön mit Grusel-Food und Verkleidung- ganz stilecht eben. Wie steht es mit unseren Blog-Lesern: Öffnen Sie, wenn die kleinen Gespenster vor Ihrer Tür stehen?

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier


    Bodo mit dem Bagger

    30. Oktober 2009

    Ein Bagger ist ein Arbeitsgerät und kommt je nach Größe, Einsatzbedingungen und Einsatzgebiet entweder auf Raupen oder auf Rädern daher. Die Raupenbagger werden üblicherweise mit Tiefladern dorthin gebracht, wo sie gebraucht werden. Die Bagger auf Rädern rollen meist aus eigener Kraft von einer Baustelle zur nächsten. Und das kann mitunter die Autofahrer zur Weißglut bringen.
    Nennen wir ihn Bodo. Jenen Mann, der am frühen Donnerstagabend die Ruhe weg hatte. Sein Tagewerk war vermutlich irgendwo in Heidenheim zur Zufriedenheit des Kapos erledigt worden und der Baggerfahrer mit seiner Baumaschine auf dem Wege nach Hause. Der war recht weit und die Autoschlange auf der Bundesstraße 19 reichte vom Totenberg bis zur großen Ampel am Rande von Herbrechtingen. Ans Überholen war selten zu denken, weil ja um die Zeit auch viele Richtung Heidenheim nach Hause wollten.
    Und so tuckerte der Bagger gemütlich Richtung Herbrechtingen. Und viele tuckerten mit um die 20 Sachen in ihren Automobilen hinterher. Das war eine imposante Lichterkette, die Bodo im Schlepptau hatte.

      Geschrieben von Klaus-Dieter Kirschner


    Fast mein Doktorarbeits-Gutachter!

    6. Oktober 2009

     

    Was . . – ach? – nein! Es war erst der zweieinhalbste Blick, der einen Verdacht aufkommen ließ - und dann mit Erkennen und Erinnern belohnt wurde. Ich redigiere da ganz geschäftsmäßig einen Artikel über die Lesung eines Krimiautors namens “Axel Kuhn” bei den Giengener Naturfreunden. Und dann steht da irgendwann, dass besagter Romancier bis zu seiner Ruhestandssetzung Professor für Neuere Geschichte an der Uni Stuttgart war.

    Das hab’ ich ebendort studiert, also schaue ich mir das Bild und die Vita noch einmal etwas genauer an. Und mir fällt ein: Ja klar, Prof. Axel Kuhn, linker Historiker, der sich um die Geschichte der Freiheitsbewegungen besonders bemüht hat. Klar, hab’ ich Seminare und Vorlesungen besucht.

    Und fast wäre der ja Zweitgutachter meiner Doktorarbeit geworden. Bei dieser geht es um die Arbeiterschaft und die Unterschicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts in den Romanen Theodor Fontanes - das sollte ursprünglich eine interdisziplinäre und so auch begutachtete Arbeit werden; neben dem germanistischen hätte dann Axel Kuhn den historischen Gutachter gemacht. Bereit wäre er gewesen; aber dann kam es doch anders und wurde ein zweiter Germanist eingeschaltet.

    Also: Der Kuhn schreibt jetzt Krimis? Und liest bei den Naturfreunden im Hasenloch? Am Samstag (10. Oktober, 20 Uhr) – wenn irgend möglich, muss ich da hin. Dass ich letztmals Kontakt hatte mit ihm, dürfte 27 oder 28 Jahre her sein. Auf dem Foto hätte ich ihn auch nicht gleich erkannt. In realo wird er sich mit mir vermutlich noch viel schwerer tun.

    Immer mal wieder blitzen so Erinnerungen an die Studienzeit hoch. Mit meinem Urgeschichts-Prof. Adam war’s genauso. Schließlich hat er noch gelegentlichen Kontakt nach Steinheim und ich zu den Erforschern des Vogelherds. Er hat mir neulich einen Brief gesandt!

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Wie Samstag gefühlter Freitag

    2. Oktober 2009

    Der Tag fühlt sich an wie Samstag und ist doch ein Freitag. Bis auf diejenigen aus der Redaktion, die es mit dem Wochenenddienst erwischt hat, haben die Redakteure frei, können ausspannen und einfach tun was sie wollen. So wie normalerweise samstags halt.

    Wir müssen uns nicht aus dem Bett quälen, um rechtzeitig zur Redaktionskonferenz zu eilen – weil keine ist. So wie samstags halt.

    Keiner fragt: “Mit was machen wir morgen auf?” Keiner fragt: “Wo ist der Fotoplan? Und wer fotografiert heute eigentlich?” Keiner sagt: “Da sollten wir auch mal nachfragen und darüber schreiben.” Keiner sagt: “Mahlzeit, bis später”. Keiner fragt: “Hast du eigentlich gesehen, dass in dem Artikel heute der Vorname des Vorsitzenden falsch ist?” Keiner fragt: “Wer schreibt etwas in den Häfelesglotzer”. Keiner fragt: “ist die Karikatur schon da?” Keiner sagt: “Dein Artikel ist um 30 Zeilen zu lang. Kannst Du mal kürzen?”

    Stattdessen: Der Kühlschrank wird gefüllt, weil morgen die Läden geschlossen haben. So wie samstags halt.
    Das Auto wird gewaschen, weil das morgen nicht geht. So wie samstags halt.
    Wir ärgern uns, dass das Päckchen von der online-Bestellung nicht angekommen ist und wir uns bis Montag gedulden müssen – so wie samstags halt.

    Wir machen nachmittags eine kleine Radtour oder gehen spazieren – so wie wir es manchmal samstags machen.

    Wir merken abends um 22.02 Uhr, dass die Zahnpasta leer ist, und müssen nun eben bis Montag ohne auskommen – wie Samstag nach Ladenschluss halt.

    Wir finden das Ergebnis des Samstags-Spiels des FCH nicht, warten vergeblich auf den Samstags-Spielfilm im Fernsehen und hören abends in der Kneipe Leute darüber sprechen, wie ihre Arbeits- oder Schultag war.

    So fühlt sich ein Freitag vor einem Feiertag aus Redakteurssicht an.

      Geschrieben von Karin Fuchs


    Entrollert

    15. September 2009

    Hab’ ich doch gestern abend glatt meinen Roller verkauft. Damit fällt künftig ein Drittel meiner “klassischen Entspannungs-Trias” weg, die ich vor Jahren mal so definiert habe: “therapeutisches Rasen – meditatives Rollern – regeneratives Radeln”. Also gut, nicht mehr mit schön gleichmäßiger Drehzahl und mit gleicher Frequenz dazu ein “Ommm” auf den Lippen übers Härtsfeld getuckert. Schade, das hat was – solange sich nicht von hinten ein schneller Lastwagen aufdrängt.

    Motorrad und Rad gibt’s noch; und dazu eine vierte Betätigung, die auch ganz schön entspannen und entfrusten hilft: das Laufen. Da steht immerhin für nächsten Sonntag das Halbmarathon in Ulm an.

    “Ommm”!

      Geschrieben von Manfred Allenhoefer


    Dinner im Dunkeln

    9. September 2009

    Am Samstag hatte ich eine Erleuchtung- im Dunkeln. Ich habe endlich den Gutschein fürs Dunkelrestaurant „aus:sicht“ in Stuttgart eingelöst und mich erstmals richtig mit dem Gedanken auseinandergesetzt, was es heißt, blind zu sein.
    Die Kellner im Restaurant sind alle blind oder schwerst sehbehindert. Das Restaurant ist eine Art Zusammenführung zwischen Sehenden und Blinden. Erschreckend, wie hilflos man im (wirklich stock-!!!)Dunkeln sein kann: In einer Polonaise wurden wir zu unserem Tisch geführt. Lautes Stimmengewirr ließ schließen, dass viele Leute anwesend sein mussten und der Raum sehr groß war. Allein wieder rausfinden? Unmöglich. Am Tisch das erste Problem: Stuhl ertasten und sich setzen. Außer uns saßen noch vier andere Leute am Tisch, wie wir schnell feststellten. Nach flüchtigem kennen lernen (wobei die Stimme Symphatieträger Nummer eins ist), war auffallend, dass die Kommunikationshemmschwelle viel niedriger als normal liegt. Sofort redet man gelöst, als würde man sich schon ewig kennen.
    Die nächste Hürde: Selber Wein einschenken (Tipp für alle, die das auch mal machen wollen: Finger in das Glas halten). Dann kam das Essen: Drei uns unbekannte Gänge wurden serviert- eine abenteuerliche Herausforderung für die restlichen Sinne und meine Feinmotorik. Lachen musste ich des öfteren, zum Beispiel als ich mir die leere Gabel versehentlich in den Mund geschoben hatte, oder die Vorspeise an einem Chicorréeblatt zu scheitern drohte.
    Die Tischmanieren gingen flöten: Man kann ja ungesehen lümmeln, und wenn man nicht mehr weiß, wo sich auf dem Teller das Gemüse positioniert hat, tastet man sich, im wahrsten Sinne des Wortes, schon mal vor. Zum Getränke bezahlen hatten wir ein Säckchen mit Münzen. Auffallend war zudem, dass man eher zum lauten reden neigt, da man die Distanz zum Tischnachbarn nicht einschätzen kann. So war die Lautstärke im Raum immens.
    Während des Essens gab es ein Kulturprogramm mit Flügelmusik.
    Ich ziehe den Hut vor den flinken Kellern, die im ganzen Durcheinander ihren Job hervorragend meisterten und für Fragen offen waren. Eine Überraschung war es, die Tischnachbarn im Hellen zu sehen. Verrückt, wie einen die eigene Wahrnehmung täuschen kann.
    Berkleckert hab ich mich im Dunkeln übrigens nicht. Für diesen Abend war es aufregend, aber ein Leben lang blind zu sein? Respekt vor allen, die sich diesem schweren Schicksal stellen müssen.

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier