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    Nach dem Urlaub

    7. September 2010

    Kann sich in drei Wochen wirklich so viel verändern? Da kommt man aus dem Urlaub zurück und staunt. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Denn eigentlich freue ich mich immer, die alten Dinge wiederzusehen, die frisch erholt eigentlich schöner erscheinen als zuvor, als man sie im Stress hinter sich gelassen hat.

    Gestaunt habe ich bei der Anfahrt nach Heidenheim zuerst in Königsbronn. Auf der einen Seite der Durchgangsstraße ist übertrieben gesagt das halbe Dorf verschwunden, auf der anderen Seite ein neue Gebäude aus dem Boden gewachsen. Jahrelang hat sich Königsbronn nur im Zeitlupentempo verändert, und jetzt dieses Tempo?

    Doch nicht genug der Veränderungen, die nächste freut mich besonders: Endlich stoppt keine lästige Baustellenampel mehr die Fahrt nach Heidenheim. Die Straßensanierung ist zwar nicht fertig, doch wenigstens sind wieder beide Spuren offen.

    Doch die Freude hält nicht lange. Kurz nach Itzelberg erschrecken mich abgelegte Blumen am Straßenrand: Ein tödlicher Unfall! Oh nein!

    Nachdenklich erreiche ich Heidenheim stehe unvermittelt am Schillerkreisel vor einer Sackgasse, die es vor meinem Urlaub noch nicht gab.

    Geht es eigentlich nur mir so, dass mir so viele Veränderungen auffallen? Was hat sich während der Ferien eigentlich noch so alles verändert, das mir entgangen ist. Bitte um Nachhilfe!

      Geschrieben von Karin Fuchs


    Fensterln

    29. August 2010

    Man sieht ja häufiger mal Schilder unter Fenstern. Zumeist eine Warnung. “Nicht kippen”, “Nichts rauswerfen” oder so. Mein Lieblings-Warnhinweis war unter allen Zugfenstern angebracht, als sich Fenster in Zügen noch öffnen ließen. Damals kam man schon in ersten Kontakt mit Fremdsprachen. “Nicht hinauslehnen”, stand da in strengem Deutsch, aber viel melodiöser klang das Ganze natürlich auf Französisch mit “Ne pas se pencher en dehors” oder auf Italienisch mit “E pericoloso sporgersi”. Umso erstaunlicher der Hinweis unter dem Fenster, das auf dem Foto zu sehen ist. Misteriös. Und mit diesem Rätsel im Gepäck gehe ich jetzt in den Urlaub. Mal sehen, ob Frankreich oder Italien. Auf jeden Fall werde ich drauf achten, mich nicht zu weit rauszulehnen.

      Geschrieben von Dieter Reichl


    Aus dem Fahrtenbuch

    28. August 2010

    Ob das mit der Berichtserstatung vom Fußballspiel in München noch klappt? Wir (Praktikant Herter, Redakteur Hosinner und Volontär Dietzel) stehen gerade auf der Abfahrt von der Autobahn 96 zur Bundesstraße B2R und sind laut Navi noch 6,3 Kilometer und acht Minuten Fahrzeit vom Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße entfernt. In dieser Position befinden wir uns seit gefühlt zwei Stunden. Fatal ist, dass wir das ganze Stadion- oder Staubier jetzt schon ausgetrunken haben. Zu unserer rechten (die HZ ist auf der Überholspur) winken uns immer wieder Heidenheimer. Erstaunlich, wieviele Fans und Familien sich auf den Weg zum FCH-Spiel machen. Dank moderner Technik können wir unseren Job, die Berichterstattung ja auch von der Straße aus erledigen, nur mit dem Fußballspiel wird’s halt schwierig.

    Falls wir es bis zum Anpfiff um 14 Uhr nicht ins Stadion schaffen, fahren wir gleich ohne Umweg Richtung Englischer Garten.

      Geschrieben von Lukas Dietzel


    Moonwalking

    26. August 2010

    Heute Nacht gegen 3.20 Uhr erwacht. Kein Wunder: ein strahlender Vollmond am Himmel. Der, das weiß man ja, vor allem rührsame, sensible Naturen vom Schlaf abhält. Sinnlos, sich dagegen zu wehren. Was tun also? Krimi lesen? Nö, dann gruselt man sich bloß wieder in tiefer Nacht. Fernseher? Nö, die Zapperei macht einen ja blöde. Also her mit der Allzweckwaffe in sämtlichen Lebenslagen: die ZEITUNG. Auch die vom Vortag tut’s, alles hat man ja längst noch nicht alles durch. Und über den Feuilletonartikeln wird man vielleicht auch wieder schläfrig. Man blättert, und man liest: Vollmond war gestern.

      Geschrieben von Dieter Reichl


    Spießer vs. Spanner

    25. August 2010

    Ich freu mich schon total auf meinen Urlaub. Und ganz besonders darauf, dass die FKK-Ferien dank Nacktscanner nun schon am Flughafen Terminal beginnen. Sie sehen das nicht so locker? Fühlen sich gar vom Flughafenpersonal ihrer Intimsphäre beraubt? Mit einer Art Nippelsticker können sich Spießer vor den Spanner-Attacken schützen.
    Das Zauberwort heißt “Flying Pasties”, Aufkleber, mit denen man seine intimsten Stellen strahlensicher verpacken kann. “Private” steht da drauf oder “nur mein Freund sieht mich nackt” (kein Scherz!! ://www.flyingpasties.com/). Acht bis 17 Dollar muss einem die Privatsphäre doch wert sein!? Und sowieso  Die neue Art der Unter-unter-Wäsche wird bestimmt ein neuer Trend. Am Besten gleich eindecken und am Flughafen-Check-in damit protzen. Plus für umweltbewusste Spießer: Nach dem Urlaub kann man die Gummi-Feigenblätter auch zu Glasuntersetzer recyclen.

      Geschrieben von Anna-Lena Buchmaier


    App in den Urlaub

    25. August 2010

    Auf das Wetter ist in dieser Republik kein Verlass diesen Sommer, weshalb ich beschlossen habe, eine Woche lang südlich der Alpen nach der Sonne zu suchen.

    Das ist schwer für mich, denn all die liebevollen Kommentare werden mir fehlen. Nach einigen Jahren in diesem Job fühlt man sich nur noch lebendig, wenn einem zehnmal am Tag erklärt wird, wie man eine Zeitung eigentlich richtig macht. Oder einen Blog. Oder wie oder was man zu meinen hat und wo. Und wann. Und was man dabei für Socken tragen sollte.

    Zum Glück hat mir unser Online-Gott Arthur Penk Ersatz geschaffen. In  unserem hausinternen App-Store gibt es jetzt den Redaktionsleiter-App. Da kann man mit kleinen Dartpfeilen schießen, und wenn man trifft, sagt der Redaktionsleiter “Entschuldigung!” oder “Wie ungeheuer recht Sie haben!” oder “Sie wissen es wirklich viel besser!”

    Einfach aufs iPhone laden und ausprobieren. Im September bin ich wieder da.

      Geschrieben von Hendrik Rupp


    Kanzlerdämmerung

    23. August 2010

    Angela Merkel kommt diese Woche also nach Heidenheim und besucht ein mittelstädisches Unternehmen.

    Gähn.

    Nein, nein, ich gähne nicht, weil ich etwa die Bundeskanzlerin langweilig fände oder das mittelständische Unternehmen öde. Sondern deshalb, weil sich bei uns hochrangige Persönlichkeiten ja mittlerweile die Klinke in die Hand geben. Die letzte war – man erinnert sich – Kaiser Barbarossa im Jahr 1171, als er bei dieser Gelegenheit gleich dem anmutigen Giengen an der Brenz (siehe Postkarte) das Stadtrecht verlieh. Okay, seither war’s etwas ruhiger (mal abgesehen von Ministerpräsident Oettinger, der während der Landesgartenschau von Heidenheim gar nicht genug kriegen konnte), aber wir nehmen das hier nicht persönlich. Und wenn jetzt sogar die Kanzlerin kommt – wer weiß, vielleicht hat sie ja wie weiland Barbarossa eine kleine Überraschung im Handtäschchen. Und verleiht HDH den Titel Oberzentrum, oder so…

      Geschrieben von Dieter Reichl


    Ohje du Fröhliche

    22. August 2010

    So, Urlaub ist rum, dieses Jahr war ich die ersten drei Ferienwochen dran, heuer darf die Kollegin in die kostengünstigere Nachsaison. Das Alltagsleben hat mich wieder, alles so wie immer.

    Alles? Nein, da stimmt doch was nicht … Wo um alles in der Welt sind die Schokoladenweihnachtsmänner, die sonst nach unserem Urlaub schon immer in den Regalen diverser Einkaufszentren stehen. Wo sind die Lebkuchenregale, an denen meine Frau normalerweise bis Dezember eisern vorbeiläuft, obwohl sie Lebkuchen zum fressen gern hat?

    Verkehrte Welt, was soll das, die Vorweihnachtszeit hat doch begonnen, oder?

    Leute, schaut euch doch bitte mal um und besorgt mir einen diesjährigen Schokoweihnachtsmann, sonst komm ich mir echt komisch vor. Wer mir als erstes einen Schokoweihnachtsmann von diesem Jahr (mit Beweisbeleg) bei Frau Fuchs bei der HZ abliefert, dem spendiere ich eigenhändig in der Mittagspause 3 Kugeln seines Lieblingseises bei der Eisdiele beim Steingaß !!!

    Also echt, irgendwo müssen die Kerle doch sein, oder?

      Geschrieben von Gastblogger Tom


    Ein Hoch dem Sommerloch

    22. August 2010

    Als reiner Leser unserer Zeitung würde ich mir als Journalist ungeheuer auf die Nerven gehen. Vielleicht ist es eine berufsbedingte Abnutzungserscheinung, aber mit einer ganzen Menge des medialen Schwarzbrots fange ich privat rein gar nichts mehr an. Ein neues Gesetz kommt. Wer hat das erste halbgare Gerücht über mögliche Inhalte? Wer hat den ersten atemlosen Kommentar der Opposition (der, was ein Wunder, ablehnend ausfällt)? Findet sich ein Hinterbänkler der Regierungspartei, dem das auch nicht passt? Heissa! Dann wird “Kritik in den eigenen Reihen laut”, was man “aus Fraktionskreisen” weiß. Und dann kann ich titeln (sabber, geifer), dass der “Druck auf die Regierung wächst”. Prima.

    Da lobe ich mir das Sommerloch. Das übliche Polittheater macht Pause, und wir merken, wie billig und einfach unsere überregionalen Kollegen üblicherweise an ihre Titelgeschichten kommen. Jedes Stirnrunzeln der Kanzlerin ist eine Aufmachung wert, nun runzelt sie nicht, und die Korrespondenten drehen gemeinsam mit den Nachrichtenchefs durch. Und sie müssen andere Themen suchen. Eine Wohltat.

    Natürlich kann man sogar das Sommerloch verbocken: Unsere geschätzte Sonntagszeitung kommt heute mit dem Titel daher, dass die Daimler AG ein neues Auto herstellt. Das muss man erklären: In der Stuttgarter Zeitungslandschaft ist Jubeljournalismus gegenüber der Wirtschaft angeordnet. Und gegenüber allen neuen Plänen. Das bedeutet, dass man einen buckligen Mercedes zur “Raubkatze” verklären muss und in Stuttgarter Zeitungen täglich die Zahl der Bahnhofsdemonstranten halbiert wird. Dafür können die Kollegen nichts. Wer wissen will, was sie wirklich denken, muss zurzeit die “Süddeutsche” lesen. Die ist inzwischen ja halbwegs mit der “Stuttgarter Zeitung” liiert und schreibt auffallend viel und negativ über Stuttgart 21. Das hat sicher nicht nur mit der Münchner Hochnäsigkeit zu tun, sondern auch damit, dass mancher Stuttgarter Redakteur seine Erkenntnise lieber nach München funkt, als vor Ort geköpft zu werden.

    Wir waren bei der “Süddeutschen”. Die nützt das Sommerloch wie immer intelligent und hat mir jetzt erzählt, dass in Frankreich mal wieder eine Revolution ansteht: Mc Donald’s, der einzige Konzern der weiß, wo bei Hühnern die McNuggets wachsen, hat in Frankreich eine neue Werbung herausgebracht – und zwar mit ASTERIX. Das haut die Erben der Gallier um. “Le BigMac” statt Wildschwein? Es gibt Ärger. Und das interessiert mich nun weitaus mehr als der fünfundsiebzigste Beweis, dass sich die französische Presse zu Sarkozy verhält wie die “Stuttgarter” zu Daimler.

    Selbst die “Bild” hat ein feines Stück Comicwissen ausgegraben: Im aktuellen Donald-Duck-Heft hat ein italienischer Zeichner in eine Horde Unholde eine Hunde-Version von Adolf Hitler gezeichnet. Das ist bemerkenswert, denn der Sohn meiner Freundin hat eben dieses Heft, ich hatte es schon mehrfach durchgeblättert und es war mir nicht aufgefallen.

    Langer Rede kurzer Sinn: Lauter abseitige, aber spannende Geschichten, die ich eigentlich auch sonst gern öfter lesen würde. Wie sieht es die geschätzte Netzgemeinde?

      Geschrieben von Hendrik Rupp


    Melkwüldig

    20. August 2010

    Es gibt blöde Situationen für Journalisten und ganz blöde. Eine der ganz blöden ergab sich mal wieder mit dem ominösen Asia-Fest im Brenzpark in Heidenheim.

    Vor einem Jahr ein zaghafter Versuch. Ein Wochenende, blumige Versprechungen, dann schlechtes Wetter, kaum was da – zum Abhaken und Vergessen. Heuer das Gleiche in XXL: Wochenlanges Fest, Terrakotta-Armee aus China, Hunderte Akteure, die halbe Volksrepublik in Heidenheim… auf dem diffusen Pressetermin musste der Kollege immer die Ohren spitzen: SOOO groß soll das werden? Und bisher sieht das alles SOOOO selbstgestrickt aus?

    Wenn man uns keine Fakten an die Hand gibt, werden wir in der Regel misstrauisch: “Es wird ganz toll” ist eine feine Aussage, aber man sollte dann schon erklären, wie, warum und wie viel toll es wird. Ging mal wieder nicht. Stattdessen bunte Bilder von hübschen Chinesen und ihren Tempeln. “Und dieser Tempel wird im  Brenzpark aufgebaut?” “Janee, aber es wird ganz toll”.

    Je näher die Veranstaltung rückte, um so merkwürdiger wurde der Umgang. Presseinfo? Man gab am Schalter selbstkopierte Flyer ab, auf denen wieder nette Chinesen und ihre Tempel zu sehen waren. Nähere Angaben? Programme? Zeitabläufe? Fakten? Kontakte? Nein, man druckte stattdessen, es werde “überall Werbung” getrieben. Schön, bei uns schon mal nicht. Aber es werde ganz toll, nicht?

    In der Stadt interessante Plakate, selbstgebastelte Träger, die nicht immer wetterfest sind (siehe Bild). Auf den Plakaten nette Chinesen und ihre Tempel. Zur Eröffnung dann keine Einladung und kein Pressetermin, man scheut sich bei der Zeitung fast schon jede Zeile: Hängt man eine Massenveranstaltung zu niedrig? Preist man einen gewaltigen Nepp an? Man kann es fast nur falsch machen. Wenig PR, am Sonntag huscht eine freie Mitarbeiterin los und stößt eher zufällig auf eine dilletantische, aber rund vier (ja, vier!)-stündige Eröffnungsfeier, in deren Verlauf das halbe diplomatische Korps der VR China abgekündigt ist. Gekommen sind… naja, es wurde ein Brief verlesen. Ganz toll, aber. Der OB war auch da. Berufsrisiko.

    Tage später werden wir nur indirekt schlauer aus dem Asienfest: Im Brenzpark sitzen viele nette Chinesen, aber es gibt keine Tempel, der Drache ist hübsch, aber die Terrakotta-Armee ist eher eine Phalanx von Gartenzwergen. Der Eintritt kostete einst zehn Euro, jetzt noch fünf, die Standbeschicker langweilen sich und schimpfen, wenn man sie fragt. Man habe ihnen gesagt, in Heidenheim kämen 150 000 Besucher. Und es werde ganz toll. Tlaulig.

      Geschrieben von Hendrik Rupp