28. Juni 2010
Pisa hat es schon jahrelang eindrücklich gezeigt: Die schulischen Leistungen der Kinder und Jugendlichen in Süddeutschland und Sachsen sind deutlich besser als im Westen, Norden und Osten. Glaubt man den Protagonisten der Ganztagesbeschulung, der Gesamtschulen, dann müsste das Ergebnis genau umgekehrt ausschauen. Aber der jüngste Leistungvergleich der Neuntklässler zeigt schonungslos auf, dass der Norden und Osten auf dem bildungspolitischen Holzweg sind.
Wenn Neuntklässler in Bayern oder Baden-Württemberg ein bis eineinhalb Schuljahre in Sachen Wissen und Bildung weiter sind als Neuntklässler im reformfreudigen Bremen, dann sollte man sich im Norden Gedanken machen, ob die “Nivellierungsschule” weiter Sinn macht und ob es fair und verantwortungsbewusst gegenüber den Kindern ist, sie weiter auf einem bildungspolitischen Holzweg zu unterrichten.
Und den Bildungspolitikern in den Südländern ist dringend zu raten, sich nicht noch mehr an dem quasi “reformpädagogischen” Bildungsdesaster zu orientieren. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Länder, die mehrheitlich leistungsschwache Schüler “produzieren”, müssen umdenken. Dazu aber bedarf es der Erkenntnis, dass Kinder und Jugendliche höchst unterschiedliche Anlagen, Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten haben. Wirft man diese Individuen in einen Topf und lässt sie dort zu lange köcheln, dann profitieren weder die Schwachen, noch die Starken davon. Es entsteht ein Eintopf namens Mittelmaß. Differenzierung ist halt auch in der Bildung vonnöten.
Fazit: Mit Kuschelpädagogik und zu geringen Anforderungen an die Schüler kann man keinen Staat machen.
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Geschrieben von Richard Wachter
23. Mai 2010
Gestern habe ich das Finale der Champions-League mit INTEResse verfolgt. Unterm Strich darf man wohl sagen, dass INTER verdient gewonnen hat. Ballbesitz (67 bis 69 Prozent für die Bayern) zählt nun mal nicht. Und das Hin- und Hergeschiebe in der eigenen Hälfte samt Rückpässen zum Torwart haut mich eh nicht vom Hocker.
Zugegeben: Gestern fehlte der sprichwörtliche Bayern-Dusel, sonst hätten die Schüsse von Müller und Robben eingeschlagen. Aber das Dusel-Kontingent ist irgendwann erschöpft. Ohne das klare Abseitstor gegen Fiorentina wären die Bayern schon in der Zwischenrunde ausgeschieden. So gesehen ist die Finalteilnahme alles in allem ein großer Erfolg, auch wenn das Sahnehäubchen fehlt.
Abgesehen davon: Dass manche Länder drei und vier Mannschaften in die Champions-Leaque entsenden können, ist reine Geldmacherei. Am früheren “Cup der Landesmeister” durften nur die jeweiligen Meister teilnehmen. Und es gab keine Gruppenspiele, sondern K.o.-Runden mit Hin und Rückspiel. Nach diesem System wären die Bayern bereits gegen Bordeaux ausgeschieden, denn gegen die Franzosen setzte es gleich zwei Niederlagen. Ganz davon abgesehen: Nach dem alten Modus wären die Bayern als Nicht-Meister gar nicht im Wettbewerb gewesen.
Einen Trost haben die Bayern-Fans: Der Sieg in der Champions-League bleibt ein Ziel und sollte Anreiz sein, in der nächsten Saison erneut anzugreifen.
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Geschrieben von Richard Wachter
18. Mai 2010
Es ist schon aberwitzig, aber ein Großteil der Deutschen scheint keine größeren Probleme zu haben als den verletzten Knöchel eines kickenden Millionärs. Michael Ballack fällt für die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika aus.
Da gerät die Schuldenkrise und der Afghanistan-Krieg in den Hintergrund. Dabei hat Ballack, der Messias für viele deutsche Fußball-Fans, eine vergleichsweise geringe Verletzung erlitten, die allerdings seine WM-Ambitionen zunichte machte hat.
Fast schon tragisch und auch schwer nachvollziehbar könnte man es bezeichnen, dass die ARD-Tagesschau gestern mit der Ballack-Verletzung begann und hinterher noch einen “Brennpunkt” nachschob.
Früher hieß es, Fußball sei die “schönste Nebensache der Welt”. Das scheint sich geändert zu haben. Während in Brüssel über die Regulierung der Finanzmärkte und den schwachen Euro beratschlagt wird, erdreisten sich unsere Fernsehanstalten, den Ballack-Knöchel ins Blickfeld zu rücken.
Ich denke, der Ball ist rund und der Lack ist ab – Deutschland ohne Ballack, das ist kein Beinbruch. Und wer die Karriere des Kickers verfolgt hat, der weiß auch, dass Ballack kein “Fußballgott” ist, sondern oft genug auch miserable Leistungen geboten hat. Nicht ohne Grund saß er ab und zu bei seinem Verein Chelsea auf der Bank oder wurde ausgewechselt.
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Geschrieben von Richard Wachter
10. April 2010
Viele Pkw-Fahrer kennen das Übel aus eigener Erfahrung. Ein Lkw überholt auf der Autobahn einen anderen Brummi. Kaum aus dem Windschatten des Vordermannes heraus, ist es fast vorbei mit dem Geschwindigkeitsüberschuss. Und so dauert es oft Minuten, bis die Autobahn-Blockade mit 85 oder 90 km/h, an steileren Strecken auch deutlich weniger, beendet ist. Derweil hat sich hinter dem überholenden Elefanten ein Stau gebildet. Kein Wunder: Pkw sind ja in der Regeln nicht mit 90 km/h auf der Autobahn unterwegs. Das Ziehharmonika-Spiel der aufgelaufenen Pkw beginnt. Und auch die Drängler machen sich bemerkbar.
Nun hat Verkehrsminister Ramsauer dieses seit Jahrzehnten bekannte Problem aufgegriffen und angekündigt, mehr Lkw-Überholverbote auf Autobahnen anzustreben. Doch als Bundesminister sind ihm die Hände gebunden, entscheiden doch die jeweiligen Landesregierungen, wie auf ihren Autobahnen zu fahren ist.
Ich habe dieses Thema schon vor gut 10 Jahren mit dem damaligen Bundestagsabgeordneten Georg Brunnhuber diskutiert, der ja als wichtiges Mitglied im Verkehrsausschuss die Möglichkeit gehabt hätte, über gesetzgeberische Initiativen die Elefantenrennen einzudämmen. Und ich habe ihm damals auch gesagt, dass dies mit einem ganz einfachen Gesetzestext zu bewerkstelligen sei. Man braucht nämlich nur eines festzulegen: Für Lkw über 7,5 Tonnen ist auf Autobahnen das Befahren der linken Fahrspur verboten.
Mit dieser einfachen Formulierung wäre sichergestellt, dass die linken Spuren den Pkw, den Motorrädern und den Klein-Lkw vorbehalten wäre, egal, ob die Autobahn zwei-, drei- oder vierspurig ist. Die linke Spur bleibt immer Brummi-frei.
Leider ist zu befürchten, dass Ramsauers Vorstoß wieder mal im föderalistischen Dschungel stecken bleibt. Vielleicht geschieht aber auch ein Wunder.
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Geschrieben von Richard Wachter
18. März 2010
Vielen Bürgern dürfte nicht bekannt sein, dass es eine Verwaltungsmeinschaft zwischen Heidenheim und Nattheim gibt. Diese Kooperation mag vor 20, 30 oder 40 Jahren gerechtfertigt gewesen sein, etwa im Zusammenhang mit der Ausweisung der Mülldeponie oder des gemeinsamen Gewerbegebietes Rinderberg. Inzwischen ist diese kommunale Liaison obsolet geworden. Denn genausogut wie mit Nattheim könnte Heidenheim Verwaltungsgemeinschaften mit den Nachbarorten Herbrechtingen, Steinheim oder Königsbronn eingehen.
Solche Verwaltungsgemeinschaften haben allerdings nicht unerhebliche finanzielle Auswirkungen. So ist die Bevölkerung von Heidenheim und Nattheim gemeinsam ein Maßstab für die Höhe der Besoldungsgruppen im Heidenheimer Rathaus. Einfacher ausgedrückt: Die städtischen Bediensteten werden so bezahlt, als habe Heidenheim über 50 000 Einwohner. Tatsächlich ist die Bevölkerung der Kreisstadt längst unter 49 000 geschrumpft. Und noch ist kein Ende des Bevölkerungsrückgangs in Sicht.
Dass die Heilige Kuh Verwaltungsgemeinschaft nicht schon längst geschlachtet wurde, ist kaum nachvollziehbar. Zwar gibt es im öffentlichen Sektor Besitzstandswahrung, aber bei Neueinstellungen könnte man nach einem neuen Stellenplan vorgehen, der dann niedrigere Gehaltsgruppen beinhaltet. Mittelfristig ließen sich so die derzeit hohen Personalkosten nicht unwesentlich reduzieren. Denn betreffen würde die Planstellen-Absenkung alle, vom OB an abwärts bis zu den Sachbearbeitern.
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Geschrieben von Richard Wachter
20. Februar 2010
Die Stadtwerke Heidenheim erhöhen zum 1. April den Strompreis. Längst fällige steuerliche Erhöhungen würden jetzt weitergegeben. Doch am Hungertuch nagt die 100-prozentige Tochter der Stadt nicht, wie man an den Millionen-Überweisungen an Konzessionsabgabe und Gewinnen an den Stadtsäckel sehen kann. Hat da womöglich der von Stadtverwaltung und Gemeinderat dominierte Aufsichtsrat angesichts der sich abzeichnenden Finanzprobleme der Stadt etwas Druck gemacht? Ein Lump ist wer sich etwas Böses dabei denkt!
Ich meine, angesichts der finanziellen Probleme, die nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die Privathaushalte haben, hätten die Stadtwerke auf die Strompreiserhöhung mindestens bis zum Jahresende verzichten können. Wer Millionen für nicht kostendeckende Einrichtungen wie die Schlossberg-Tiefgarage hat, der hat zumindest psychologisch schlechte Karten, wenn er an der Strompreis-Schraube dreht – und zwar nach oben.
Das mögen andere anders sehen. Ich verfolge die Stadtwerke-Politik seit fast 30 Jahren. Millionen-Summen, wie sie der aktuelle Vorstand Dieter Brünner an den Stadtkämmerer und Stadtwerke-Aufsichtsrat Dieter Zeeb überweist, gab es in der Ära vor Brünner zwar auch, aber bei weitem nicht so hohe und vor allem noch in D-Mark und nicht in Euro.
Sei’s drum: Ich bin wohl der einzige, der sich an der Strompreiserhöhung stößt. Dabei sind ja 6,2 Prozent kein Pappenstiel. Wer kriegt in diesen schwierigen Zeiten schon 6,2 Prozent mehr Lohn oder Gehalt?
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Geschrieben von Richard Wachter
21. Dezember 2009
Schneeglätte mit Salz zu bekämpfen mag da und dort angebracht sein. Bei dem vergleichsweise wenigen Schnee, der am Wochenende gefallen ist, macht es allerdings wenig Sinn, Salz einzusetzen, zumal die Temperaturen ja recht tief waren. Das Salz hat auf vielen Straßen aufgrund des starken Frosts dazu geführt, dass man als Autofahrer auf sulzigem Matsch rumrutschen muss. Das ist wahrlich keine angenehme Sache, etwa in Kurven oder wenn man bremsen muss. Und eine gefährliche dazu. Schneepflug und Splitt hätten genügt, um die Straßen befahrbar zu halten. Und auf besonders steilen und viel befahrenen Abschnitten kann man zusätzlich etwas Salz streuen. Flexibilität ist gefragt, auch bei den städtischen Betrieben.
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Geschrieben von Richard Wachter
1. November 2009
Dem 1. FC Heidenheim geht es zur Zeit ähnlich wie dem VfB Stuttgart. Die Truppe von Frank Schmidt spielt gut, dominiert die Partie nahezu 90 Minuten und kassiert dennoch eine Niederlage nach der anderen. Das war auch am Samstag beim Spiel gegen Ingolstadt so. Ingolstadt, die Mannschaft des Ex-Stuttgarters und Ex-Mönchengladbachers Horst (“Hotte”) Köppel, entführte nach Oberbayern drei Punkte in der letzten Spielminute.
Egal ob auswärts oder zu Hause, den FCH-Kickern wird von den Kommentatoren fast nach dem Spiel eine gute Leistung bescheinigt. Das tröstet allerdings nicht, wenn sich die gute Leistung nicht in Punkten niederschlägt. Haltungsnoten wie bei Ski- oder Turmspringen gibt es beim Fußball nicht.
Dass der FCH nach schwachen Leistungen wie zu Hause gegen Werder Bremen II ohne Punkte bleibt, ist nachzuvollziehen. Wenn man aber auch solche Spiele, die man klar dominiert, vergeigt, dann wird es kritisch. Inzwischen sind die Heidenheimer nur noch drei Punkte von den Abstiegplätzen entfernt. Und am nächsten Samstag geht es zum Ex-Bundesligisten Unterhaching, der gestern aus Dresden drei Punkte entführte und inzwischen auf Platz 3 der Dritten Liga steht. Sicher werden die Trauben für den FCH dort sehr hoch hängen. Vielleicht schaffen die Heidenheimer ja auswärts eine Überraschung. Nach den letzten Heimpleiten wäre das bitter nötig.
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Geschrieben von Richard Wachter
27. Oktober 2009

Dass die Stadt Heidenheim den Essinger Schausteller Georg Löwenthal damit betraut hat, auf dem Eugen-Jaekle-Platz ein zehnwöchiges Winterdorf zu betreiben, stinkt einigen Heidenheimern gewaltig. Die vermeintlichen Platzhirsche unter den Budenbetreibern (Budisten) mit Mandelbrenner und CDU-Stadtrat Manfred Popp an der Spitze, aber auch einige Gastronomen befürchten wirtschaftliche Einbußen. Sie fühlen sich vom Rathaus ausgebootet. Dabei ist es sicher kein Wertverlust, wenn auf dem Jaekle-Platz mal keine Schweinchenbahn ihre Runden dreht. Dass es aber eine richtige Entscheidung des Gemeinderates war, überhaupt keine Sondernutzungsgebühren von Löwenthal zu verlangen, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Und ob das Winterdorf zu einem Erfolg wird, steht noch in den Sternen. Außer Speis und Trank wird dort nämlich nichts angeboten. Und das, wie gesagt, zehn Wochen lang.
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Geschrieben von Richard Wachter
26. Oktober 2009
Die Hauptschulen werden abgeschafft. Stattdessen besuchen Jungen und Mädchen ab der fünften Klasse eine Werkrealschule, an der man nach dem neunten Schuljahr den Hauptschulabschluss und nach dem zehnten Schuljahr die Mittlere Reife erwerben kann. Die Frage ist, ob die Kinder durch den Besuch einer Werkrealschule tatsächlich mehr Allgemeinbildung erhalten, ob sie besser lesen und schreiben können, als dies vor allem PISA ans Tageslicht gebracht hat. Ist die Reform nur ein Etikettenschwindel oder bringt sie das, was viele Ausbildungsbetriebe bei Lehrlingen vermissen: mehr Kenntnisse in Schlüsselfächern wie etwa Mathematik und Deutsch?
Und noch eine Frage stellt sich: Gibt es künftig eine Mittlere Reife erster und eine zweiter Klasse? Denn die bisherigen Realschulen werden ja nicht abgeschafft.
Ich bin gespannt, wie unsere Blogger das Aus für die Hauptschule beurteilen.
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Geschrieben von Richard Wachter