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    Kunst für den Stammtisch

    19. Juli 2010

    Ich geb’s ja zu: was das Bildhauersymposion in Heidenheim angeht, zähle ich sicherlich zu der in der Karikatur von Henne am Samstag zitierten reflexhaften und leicht erregbaren Stammtischklientel.

    Ein überdimensionaler rosa Kaugummi ist also Kunst und trägt den Namen Drop. So richtig dahinter gestiegen bin ich noch nicht.

    Viel besser gefällt mir da schon die Giengener Variante. Denn auch hier gibt’s jetzt ein Drop-Werk. Und wie in Heidenheim, direkt vor dem Pressehaus gelegen. Auch Privat-finanziert. Von den Stadtwerken. Kunst für den Stammtisch zozusagen.

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Falscher Hase

    6. Juli 2010

    (c) Sandra Brunsch, FotoliaWenn Helga Beimer ihren Sohn Klaus “Mein Hase” nennt, so mag das der inzwischen erwachsene Sohn der Lindenstraßen-Mutti gar nicht mehr gerne hören. Manches Kind nimmt die Wörter “Mein Hase” aber gar zu gern in den Mund. Der Besitz eines solchen Tieres war auch ein großer Wunsch einer Tochter eines in Giengen beheimateten Paares. Nach langer Diskussion gab es dann auch das Hasen-Geschenk. Und zwar gleich doppelt. Ein Männchen und ein Weibchen, so die Annahme, gehörten fortan zur Familie und alle waren glücklich. Zumindest bis gestern.

    Denn nun hat sich herausgestellt, dass das mit dem Weibchen nicht ganz zutreffend ist und sich die zwei Gesellen gar kräftig in die Haare bekommen, weshalb jetzt beschlossen wurde, dass eine Kastration unvermeidlich sein wird. Als jedoch die Mama den Papa informierte, dass sowas “wenns gut läuft” 60 Euro kostet (pro Hase versteht sich), geriet der Papa ein klein wenig in Rage. Schließlich schlug er eine Technik vor, die preisgünstiger ist, auf die aber aus tierschutzrechtlichen Gründen hier nicht näher eingegangen werden soll. Alle Aktivisten kann ich jedoch beruhigen: der Papa wird den Geldbeutel öffnen und den Hasen nach deren Operation übers Fell streicheln.

    Ich finde, jeder Verantwortungsträger einer Gemeinde sollte sich wie die Giengener Familie zwei Hasen, davon einen falschen, anschaffen. So lernt man schließlich ganz anschaulich, was Folgekosten sind. Gegen die Schulden, die manche Kommunen in Ermangelung dieses Verständnisses angehäuft haben sind die 120 Euro für den Tierarzt wirklich Kleinvieh.

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Voll cool

    2. Juli 2010

    Es soll ja Leute geben, die die Hitze gar nicht cool finden. Ich schon. Auf die Frage von Rudi Carell, wann’s mal wieder richtig Sommer wird, gibt’s nur eine Antwort: Jetzt. Und das ist gut so. Endlich nicht mehr an kalten Abenden den Kamin befeuern, endlich abends so lange im Freibad (Bergbad natürlich) im Wasser planschen, bis einen der Bademeister um Viertel vor Acht aus dem Becken bittet. Endlich Kaltgetränke in der Unterhose auf der Terrasse schlürfen und Sterne gucken. Endlich Hitze. Die ist doch viel besser als die von mancher Kollegin völlig überschätzten Frühlingsgefühle und bringt nur Vorteile: Die Aufforderung der Gattin, den Rasen zu mähen, kann man getrost ignorieren, weil das dem Grün jetzt eh nicht gut tuen würde. Und beim Frühstück braucht es keinen Toaster. Einfach das Brot kurz in in die Sonne legen und vorher Butter drauf.

    Bei so viel Super-Sonne hat sich ein Wort in meinem Kopf festgesetzt: Hitzefrei.

    Nachdem ich neulich mit meinem Vorschlag auf Verschieben der Redaktionskonferenz wegen eines Deuschland-WM-Spiels bei meinem Vorgesetzten schon voll ins Schwarze getroffen habe, frag ich den Redaktionsleiter aber jetzt besser mal nicht, was er von Hitzefrei hält. Könnte das mal einer der Kollegen übernehmen?

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Petrus, der Giengener

    17. Mai 2010

    Mit etwas Erstaunen habe ich zur Kenntnis genommen, dass der Beschluss des Gemeinderats in Heidenheim, das Kinderfest jedes zweite Jahr ausfallen zu lassen, relativ geräuschlos über die Bühne ging.

    So was wäre in Giengen natürlich nie denkbar. In der ehemals freien und jetzt armen Reichsstadt fällt kein Kinderfest aus. Das ist die Regel, deren einzige Ausnahme darin besteht, dass auf dem Schießberg Land unter ist.

    Bei den Wetterbedingungen der vergangenen Tage und den Aussichten muss einem im Hinblick auf den Dienstag der kommenden Woche jedoch schon etwas Bange werden.

    Da wird besonders der Giengener Oberbürgermeister Gerrit Elser die nächsten Tage den Blick gen Himmel lenken und die Wetterprognosen studieren. Denn einerseits ist es sein erstes Kinderfest im Amt und andererseits darf er mit den 40ern auf den Berg marschieren. Ein abgesagtes Kinderfest kommt nie gut, wenn man Stadtoberhaupt ist. In der Amtszeit von Clemens Stahl ist das Kinderfest nur einmal ausgefallen – und schon wurde er nicht wiedergewählt. Da versteht der Giengener keinen Spaß.

    Eine Kinderfest-Absage wäre in diesem Jahr auch für mich eine mittlere Katastrophe. Schließlich haben wir den Pfingsturlaub extra verschoben, damit das Töchterlein zum ersten Mal beim Preistanzen mittmachen darf.

    Für alle, die schon vorher in die Ferien abdüsen, hier schon mal einige Wörter/Redewendungen vorab, die mit großer Wahrscheinlichkeit in der Berichterstattung auftauchen werden: Und Petrus war wieder ein Giengener../Am Nationalfeiertag strahlten die Kinder mit der Sonne um die Wette../Heiliger Berg…/Leberkäswecken…/Kettenkarussell…/Stäffelespredigt…etc pp

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Eigentor

    24. März 2010

    Kein Mitleid für Jos Luhukay und den FC Augsburg. Die Datschiburger sind gestern im DFB-Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen ausgeschieden. Ach so, ja: Es handelt sich dabei um die Sportart Fußball.

    Wer sich nun fragt, was Luhukay und der FCA mit Heidenheim am Hut haben, dem sei Folgendes in Erinnerung gerufen: Während der Vorbereitung auf die nun laufende Saison sollte der neue Drittligist FC Heidenheim gegen den Zweitligisten FC Augsburg ein Spiel im Dillinger Stadion austragen. Die Freude der Fans auf beiden Seiten währte jedoch nur bis etwa eine Stunde vor Anpfiff. Die FCA-Profis wollten sich nämlich erst gar nicht warmmachen und verkrochen sich wieder in den Mannschaftsbus. Warum? Weil ihrem holländischen Übungsleiter der Rasen nicht gut genug war. Er habe, so Luhukay damals, angst, dass sich seine Profis verletzen könnten. Was dann geschah: Die Augsburger Anhänger gerieten ob dieser Entscheidung in Rage, hinderten den Bus an der Abfahrt und zerrissen sogar ihre neu erstandenen Dauerkarten für die Zweitligasaison, was angesichts der derzeitigen Augsburger Erfolgsserie eine ebenso blöde Entscheidung war wie die Spielabsage.

    Gespielt hat der FCH damals dann doch noch. Gegen eine Bayernliga-Mannschaft, die kurzerhand einsprang. Verletztungen: null. Die Heidenheimer schossen so um die 15 Tore und so Kracher wie Richard Weil (der Sportkamerad auf dem Foto) oder Florian Krebs gaben dabei ihr Debut im Heidenheimer Dress. Deren Leistung hätte möglicherweise auch Jos Luhukay gefallen.

    Bin mal gespannt, ob hier irgendjemand eine Affinität zu Fußball besitzt. Kollege Wachter, bitte kommentieren Sie.

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Veronika, der Lenz ist da…

    18. März 2010

    Wenn einem nichts Besseres einfällt, schreibt man halt übers Wetter. An dem kommt derzeit ja keiner vorbei. Kaum klettert das Thermometer mal ein paar Grade in den Plusbereich, sind rings um einen nur frohgelaunte Menschen anzutreffen. “Endlich Frühling, wurde aber auch Zeit” – wie oft hab ich das gestern und heute schon vernommen. Ehrlich gesagt: ich kann dieses ganze Optimisten-Gesäusel schon jetzt nicht mehr hören. Was ist denn toll an diesem Wetter? Frühlingsgefühle? Das ich nicht lache. Frühlingsgefühle hat bestenfalls meine Katze. Die hat heute ihre erste Frühjahrsbeute ins Haus geschleppt – ein nicht ganz kleiner Piepmatz, dessen Federn großzügig im Wohnzimmer verteilt waren. Na ja, einer weniger, der einen mitten in der Nacht aus dem Schlaf zwitschert.

    Im Irrglauben, es sei warm, lässt man vor dem das Haus verlassen die warme Jacke am Haken, um dann zwei Tage später mit Erkältung im Bett zu liegen.

    Und dann diese Frühjahsrmüdigkeit. Entsetzlich.

    Richtig begeistert vom Frühling sind bestimmt auch alle Allergiker. Die soll es, wie wir heute aus der Zeitung – im überregionalen Teil – erfahren haben, in den nächsten Wochen besonders hart treffen. Blöde Birke, kann ich da nur sagen.

    Und sonst? Gartenarbeit, Gartenarbeit und noch mal Gartenarbeit. Unerträglich.

    Gutes Wetter? Ach was. Viel zu kalt. Unter wirklich gutem Wetter verstehe ich die Zeit, wenn einem im Giengener Bergbad das Eis vom Kiosk bis zum Platz wegschmilzt. Aber ob das schönste Freibad weit und breit in diesem Jahr überhaupt öffnet, ist eine ganz andere Geschichte. Warten wir es ab.

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Aus dem Fahrtenbuch (Teil2)

    21. Dezember 2009

    Meine Sternschnupppe – ich liebe Dich. Wer in Richtung Innenstadt durchs Ohr fährt, kann diese mittlerweile verblasste Liebeserklärung seit längerem lesen. Die Wand scheint jetzt groß in Mode zu kommen, um den Liebsten eine Nachricht zukommen zu lassen. Heute war was Neues da. Allerdings nicht aufgeprüht, sondern aufgehängt. Was dem Redakteur natürlich zuerst auffiel: der Fehler im Possesivpronomen. Aber egal. Hauptsache, die Stachelblume weiß, dass sie gemeint ist.

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Aus dem Fahrtenbuch (Teil 1)

    21. Dezember 2009

    width=Was für ein “Spaß”: Seit drei Wochen schon schau ich auf der Heimfahrt von der Redaktion nach Giengen auf das abgebildete Schild. Wer’s noch nicht weiß: Es handelt sich dabei nicht um Werbung für das erste Flatrate-Bordell der Ostalb, sondern für einen Likör. Wie der schmeckt, weiß ich nicht. So was zu kaufen, wäre mir zu peinlich. Positiv an der Sache ist, dass an der Stelle an der Giengener Straße nicht mehr so schnell gefahren wird und die vielen Radarkontrollen ins Leere laufen. Das Schild zeigt mal wieder: Marketing scheint alles zu sein. Wesentlich mehr kann ich seit heute mit der Rückseite des Schildes anfangen: da steht nämlich “Streusalz”. Bloß ohne Preis. Aber den kann man ja im Laden nachfragen.

      Geschrieben von Marc Hosinner


    Und immer wieder Jingle Bells…

    14. Dezember 2009

    Zwischen Besuchen zwecks Berichterstattung vom Weihnachtsmärktle in Burgberg und Weihnachtsmarkt in Herbrechtingen war es neulich soweit: Aus dem Autoradio dudelte “Last Christmas” von Wham und damit, es war der erste Advent, war der Reigen der Weisen zur Weihnachtszeit eröffnet. Die Musikredakteure aller Sender üben sich seitdem in Verbrüderung und schicken einen Weihnachtssong nach dem anderen ins Land. George Michael beschwert sich ungefähr 128 mal stoisch darüber, dass er vergangenes Jahr an Weihnachten sein Herz an die falsche Frau verschenkt hat und Chris Rea muss ziemlich weit weg von daheim sein. Er fährt jetzt schon zwei Wochen in der Gegend rum, um Weihnachten unterm Tannenbaum in der Heimat zu verbringen. Für den Spanisch-Volkshochschulkurs gibt’s zur Abwechslung stündlich Feliz Navidad und dazwischen immer wieder Jingle Bells. Das Einzige, was da mittlerweile klingelt, ist der Schädel. Der Verdacht drängt sich auf: Es gibt keine guten Weihnachtslieder, von ”Fairytale of New York” von den Pogues mal abgesehen. Ich lass mich da aber gern eines Besseren belehren und warte nicht nur auf Fest, sondern auch auf Vorschläge…

      Geschrieben von Marc Hosinner