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    Vom Suchen und Finden…

    25. Januar 2010

    Nicht jede Redaktion arbeitet gleich.
    Diese Erfahrung macht man als HNP- und HZ-Volontär vor allem während der zweimonatigen Hospitanz bei unserer Partnerzeitung Südwest Presse. Während man in Heidenheim oft selbst nach Themen sucht, von denen man berichten kann, läuft das in der größeren Mantelredaktion etwas anders: Hier ist morgens um 10.30 Uhr, wenn die “große Konferenz” stattfindet, meist schon klar, was auf den jeweiligen Zeitungsseiten stehen wird und wie groß die Artikel sein werden. Bei der Themensuche helfen dabei die Meldungen der großen Nachrichten-Agenturen wie DPA, DDP etc.

    Ich darf im Januar im Ressort “Blick in die Welt” mitarbeiten und ab und zu fallen spannende Themen an, zu denen man als Gast-Volontärin recherchieren darf: Heute morgen, kaum in der Redaktion angekommen, rief mich Ressortleiter Sven Kaufmann zu sich in den Newsroom (hier sitzen die “Blattmacher”, die Redakteure, die an diesem Tag die Seiten planen und darauf achten, dass uns wichtige Neuigkeiten nicht entgehen). “Versuch doch bitte, die junge Frau zu erreichen, die jetzt bei Germany’s Next Topmodel mitmachen darf”, bat er mich. Als Antwort erhielt er zunächst einmal einen fragenden Blick von mir. “Du hast doch ‘Wetten, dass…?’ am Samstag gesehen, oder?” Nein, hab ich nicht. Und so erfuhr die uninformierte Volontärin, dass sich die 19-jährige Pauline aus Friedrichshafen bei “Wetten, dass…?” spontan für einen Platz bei Heidi Klums Model-Casting-Show beworben und den auch gewonnen hat. Das alles war Teil einer Wette zwischen Gottschalk und Heidi Klum. Sollte es Pauline nicht unter die besten Zehn schaffen, muss Gottschalk den Betreuer für die Models in der PRO7-Sendung spielen. Aha, nun gut.

    Also versuchte ich, mit diesem Vorwissen ausgestattet, Pauline zu erreichen. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn in den Zeitungen und im Internet vier verschiedene Versionen ihres Nachnamens kursieren und sich keine davon im Telefonbuch finden lässt. Also rief ich bei der Schule des Mädchens an, die in einem Interview des Südkuriers genannt wurde. Ans Telefon ging eine freundliche Dame, die, als sie bemerkte, dass ich von der Presse bin, einen lauten Seufzer ausstieß. “Wollen Sie auch die Schüler aus Paulines Klasse interviewen?” Nein, will ich nicht. Nur eine Auskunft. “Das müssen sie mit der Schulleiterin ausmachen. Die ist ab 14 Uhr erreichbar.” Nun gut, so lange kann ich warten. Musste ich aber gar nicht: Sven Kaufmann fand Paulines Telefonnummer heraus, indem er eine weitere, diesmal die richtige Version ihres Nachnamens im Telefonbuch nachschlug.

    Und so konnte ich mein Interview mit der hübschen, etwas schüchternen und noch immer ganz aufgeregten Pauline doch noch führen. Morgen erscheint es im “Blick in die Welt”.

    Schön ist es in Ulm, noch schöner aber in Heidenheim. Dort, wo ein Herr Ilg auch wirklich Ilg (und nicht etwa Illg, Ilk oder Illck) heißt und wo man nicht “Wetten, dass…?” gesehen haben muss, um auf dem neusten Stand zu sein.

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Der Ministerpräsident und die Walnuss

    24. Oktober 2009

     Eine Woche lang stillzusitzen und sich berieseln zu lassen, sollte mir eigentlich nicht schwer fallen, liegt meine Schulzeit doch gerade einmal ein Jahr zurück. Dennoch: Als ich in der letzten Woche beim Aufbauseminar der JBB (Journalistische Berufsbildung) in Stuttgart war, musste ich erkennen, wie fremd mir das mittlerweile geworden ist: Der Fuß beginnt nervös zu wippen, die Finger der linken Hand trommeln rhythmisch gegen die Tischplatte, während die rechte Hand mit einem Kuli kleine Kreise auf die Unterlagen vor einem malt.
    An den Themen lag es nicht, auch die Dozenten waren größtenteils wirklich interessant: So zum Beispiel Jörg Hunke, ein 44-jähriger Journalist, der bei einer kleinen Lokalzeitung volontiert hat, danach beim Sportteil der „Welt“ gelandet ist und nun für das Magazin der Frankfurter Rundschau schreibt. Sein Steckenpferd: Interviews. Die sind eine Kunst für sich, die man im Alltag wohl viel zu locker nimmt und die viel Übung verlangt. Sich einfach hinzusetzen und darauf loszufragen reicht nicht. Die Übungen machten aber richtig Spaß und als Höhepunkt durften wir den Pressesprecher der Stuttgarter Polizei zum Thema Zivilcourage ausquetschen. 

    Etwas skeptisch machte mich dagegen eine Aufgabenstellung beim Thema Reportage: Da bekamen wir von Martin Hohnecker (ehemals Redakteur bei der Stuttgarter Zeitung) eine Walnuss in die Hand gedrückt, mit der Bitte nun eine Mini-Reportage darüber zu schreiben, wie wir die Nuss öffnen. Das Urteil des Profis zu meinem Versuch: Für den geübten Leser würde etwas durchscheinen, dass mich persönlich das Thema nicht wirklich vom Hocker reiße. Das muss ich wohl auch eingestehen. Dennoch war die Übung hilfreich. Und hier in Heidenheim passieren ja Gott sei Dank meist spannendere Dinge, über die man schreiben kann.

     

    Richtig Spaß machte auch der Besuch im Landtag: Wir durften während der Landes-pressekonferenz dabei zuschauen und -hören, wie sich Ministerpräsident Günther Oettinger den teils unangenehmen Fragen der Jornalisten stellte und hatten anschließend die Möglichkeit, den zuständigen Redakteur für Landespolitik bei der Stuttgarter Zeitung zu befragen. Der erzählte dabei nicht nur von seinem Berufsalltag, sondern auch davon, was er persönlich von Oettinger als Ministerpräsident, von seinen zahlreichen Fauxpas (inklusive des Teesieb-Vorfalls) und seinen politischen Qualitäten hält. Näher ausführen werde ich das an dieser Stelle aber lieber nicht.

    Abgesehen von den Vorträgen und erfahrenen Dozenten, geben uns die Volontärsseminare aber vor allem auch die Möglichkeit zu erfahren, wie es bei den anderen Zeitungen denn so mit der Ausbildung läuft. Und da kann ich als HNP-Volontärin ganz deutlich feststellen: uns gehts hier wirklich gut!

    Stillsitzen und Berieselnlassen ist nämlich nicht!

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Ist die Mauer weg?

    6. Oktober 2009

    Als wir beiden Volontäre uns gestern wie jeden Montag für unsere wöchentliche “Frage der Woche” in die Fußgängerzone begaben, waren wir anfangs etwas skeptisch. Thema war die deutsche Einheit. Gibt es dazu überhaupt noch etwas zu sagen? Nach nun bald zwanzig Jahren? Sind die Leute gar genervt von der Ost-West-Diskussion, die nun schon genauso lange andauert? Nein, sind sie scheinbar nicht. Diejenigen, die mit uns sprechen wollten, erzählten auch gerne darauf los. Dabei trat auch so manch spannende Geschichte zutage, wie der Mauerfall am 9. November 1989 aus ganz persönlicher Sicht erlebt wurde. Fragen nach immer noch währenden Vorurteilen, nach den “Ossi”- und “Wessi”-Klischees und nach der “Mauer in den Köpfen”, wurden auch gerne beantwortet: Nein, auch diese Mauer wolle keiner mehr.
    Für mich, die ich so alt bin wie die Einheit selbst, stellen sich jene Fragen eigentlich nicht mehr. Möglicherweise sind wir bereits Teil einer Generation, die zwar die geschichtlichen Hintergründe kennt, für die aber ein einheitliches, demokratisches Deutschland ein ganz selbstverständlicher Zustand ist. Dass dies einst nicht der Fall war, erlebt man dann in Gesprächen mit Menschen, die selbst in der DDR gelebt haben, die über Jahrzehnte hinweg von Verwandten getrennt waren und unter dem SED-Regime gelitten haben. Und so kann man wohl davon ausgehen, dass wir auch im nächsten Jahr zur gleichen Zeit wieder nach der “Mauer in den Köpfen” fragen werden. Die Menschen scheinen nämlich noch immer gerne über “ihre” Einheit zu sprechen. (Foto: Bundesarchiv, Berlin Kreuzberg 1988)

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Wirklich gute Nachrichten

    3. August 2009

    Mit schöneren Neuigkeiten kann ein Montag eigentlich gar nicht beginnen: Heute morgen fand ich in meinem Email-Postfach eine Nachricht von Gwendolin Le Glaz, der Schwester der an Leukämie erkrankten Heidenheimerin Lenaig, über die wir in den vergangenen Monaten mehrfach berichtet haben. Was Gwendolin da zu schreiben hatte, ließ uns alle erleichtert aufatmen:
    Für die 20-Jährige wurde nun tatsächlich ein passender Stammzellenspender gefunden!
    Am Freitagmorgen noch habe ich mit Lenaigs Mutter telefoniert. Zu dieser Zeit gab es noch nichts Neues. Bei unserem Gespräch dann heute morgen erzählte sie mir, dass sie eine halbe Stunde nach unserem Telefonat den erlösenden Anruf aus der Uni-Klinik Ulm erhalten habe.

    Wir freuen uns mit Lenaig und ihrer Familie und wünschen ihr auf ihrem weiteren Genesungsweg natürlich alles erdenklich Gute!

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Frage der Woche im Blog

    12. Mai 2009

    Liebe Blog-Leser,

    um Ihnen fortan das Finden der Frage der Woche und vor allem das Mitdiskutieren noch einfacher zu machen, finden Sie ab heute die wöchentliche Umfrage in unserem HNP-Blog oben in der Leiste zwischen den Buttons, die Sie zurück zur Startseite bzw. zur Leseprobe führen. Einfach auf “Frage der Woche” klicken und unten wie gewohnt mitdiskutieren.
    Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Gar nicht giftig!

    25. Februar 2009

    Nach einem halben Jahr Volontärszeit kann ich sagen, dass ich schon einige schöne Termine hatte, die mich auch auf interessante Menschen treffen ließen. Was ich aber gestern bei einem Termin für die Sonntagszeitung erleben durfte, war etwas ganz Besonderes: Der Weg führte mich nämlich nach München in die Reptielienauffangstation unter der Leitung von Dr. Markus Baur. “Was hat das jetzt mit dem Kreis Heidenheim zu tun?”, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Die Antwort: Markus Baur kommt aus Gerstetten und ist somit ein waschechter Schwabe mitten in der Bayernmetropole. Einen ganzen Nachmittag lang hat er mich durch seine Station geführt, mir Alligatoren, Schildkröten und Würgeschlangen gezeigt. Am faszinierendsten allerdings waren die Giftschlangen, für die es ansonsten in Deutschland nur noch wenige Möglichkeiten gibt, außerhalb von Zoos Unterschlupf zu finden. Markus Baur selbst ist ein bodenständiger, unheimlich interessanter und im Gegensatz zu seinen Schlangen gar nicht giftiger Geselle, der Geschichten zu erzählen hat, die man sich unglaublicher nicht ausdenken könnte. Mehr darüber aber dann Ende März in der Sonntagszeitung – falls ich es hinbekommen sollte, alles, was ich da erlebt und gehört habe auf eine Seite zu bekommen.

    Anmerkung: Der Artikel über die Arbeit von Dr. Markus Baur wird bereits am kommenden Sonntag (8. März) in der Sonntagszeitung erscheinen.

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Herzlichen Glückwunsch!

    17. November 2008

    Sie hat es tatsächlich geschafft! Die Heidenheimerin Julia Schwarz hat mit ihrem Titel “Dein Lächeln” beim Finale des Deutschen Rock- und Pop-Preises in Friedrichshafen am vergangenen Samstag den ersten Platz geholt!

    Christian Vaida, ebenfalls Heidenheimer, ergatterte den zweiten Platz in der Kategorie “Bester Popsänger”. Er war als Produzent auch maßgelblich an Julia Schwarz’ Siegertitel beteiligt.

    Wir gratulieren natürlich herzlich und wünschen weiterhin viel Erfolg!

    Mehr dazu lesen Sie demnächst in der HNP.

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Jemand Lust auf Torte?

    7. November 2008

    Zugegeben – mein “Einstand” kommt etwas spät, immerhin bin ich nun schon seit über zwei Monaten Teil des HNP-Teams. Trotzdem: Ein kleines Dankeschön musste einfach sein. Von Anfang an hat man mich in den kleinen aber feinen HNP-Kreis aufgenommen und stets unterstützt. Deshalb habe ich mir eine kleine Überraschung überlegt, die heute mittag um Punkt 14 Uhr geliefert wurde: eine HNP-Torte. Die Lohrbeeren für dieses leckere Kunstwerk kann ich allerdings nicht selbst einstreichen. Diese verdient einzig mein Bruderherz (er wirkt auf dem Foto bedrohlicher als er ist), gelernter Koch und mitten in einer zusätzlichen Ausbildung zum Konditor. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass seine Berufswahl auch mir nur Vorteile bringt. :)

    Jedenfalls hoffe ich, dass die Torte jedem in der Redaktion schmeckt und dass sie auch so verstanden wird, wie sie gemeint ist: als ein kleines bzw. größeres Dankeschön!

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    Wortakrobat

    15. Oktober 2008

    Gestern durfte ich meiner alten Schule wieder einmal einen Besuch abstatten. Slam-Poet Bas Böttcher trat im Foyer des Max-Planck-Gymnasiums auf. Ich muss gestehen, dass ich bis dahin von dieser Kunst noch nie etwas gehört hatte. Geschweige denn von der “Rap-Poesie”, wie sie Bas Böttcher förmlich zelebriert. Aber ich war und bin immer noch restlos begeistert, weshalb ich sein Programm “Dies ist kein Konzert”, das es mittlerweile auch auf CD gibt, nur wärmstens empfehlen kann. Da wird die oft so verstaubt daherkommende Lyrik in ganz neue Gewänder gehüllt und die Worte fliegen einem nur so entgegen. Im persönlichen Gespräch war Böttcher dann auch noch richtig nett und zuvorkommend. Da er einen “Zug zu erwischen” hatte, bot er mir auch direkt an, weitere Fragen per E-Mail auf seiner Heimreise nach Berlin zu beantworten. Auf solch nette Künstler, die dazu auch noch mit einer erstaunlichen Menge an Talent gesegnet sind, trifft man gerne.
    Und wie mir Thomas Wagner, Deutschlehrer am MPG, heute noch erzählte, ist der Auftritt bei den Schülern auch noch richtig gut angekommen. Was will man mehr?
    So macht Schule Spaß, selbst wenn man keine Schülerin mehr ist.

    Mehr zum Auftritt von Bas Böttcher lesen sie in der heutigen (15.10.) HNP

      Geschrieben von Carolin Woehrle


    The Magnets hautnah

    12. Oktober 2008

    Charmebolzen sind das, diese Engländer! Da sind auch die sechs Jungs von The Magnets keine Ausnahme. Drei Gewinner plus Begleitung hatten bei unserem Gewinnspiel am Donnerstag ein glückliches Händchen und ein Meet and Greet mit der A Capella – Band vor dem Konzert heute Abend gewonnen. Etwas spät waren die Sänger dran. Schuld daran war ein geplatzter Reifen auf der Autobahn bei Fulda. Schließlich sind sie dann mit dem Taxi doch noch rechtzeitig nach Heidenheim gekommen – der Fahrer freute sich über 300 Euro.
    Aber nun zum Wesentlichen: dem Treffen mit den Stars. Einige Minuten zwischen Soundcheck und Auftritt nahmen sie sich Zeit, um Fragen zu beantworten und uns ein Ständchen zu singen. Vollgepackt mit englischem Charme und Humor war schnell klar, warum die sechs so gerne auf der Bühne standen: Entertainment liegt ihnen im Blut. Auf die Frage, warum sie sich denn “The Magnets” nennen, wusste keiner so richtig eine Antwort. Sie können einfach nicht ohne einander, darum wahrscheinlich. Trotzdem proben sie oft getrennt voneinander und sehen sich außerhalb von Touren eigentlich nicht so oft. Ob das denn dann kein Oxymoron sei, sich “The Magnets” – also “Die Magneten” zu nennen, dann aber so viel Zeit von einander getrennt zu verbringen? Eine Antwort gab es darauf nicht wirklich, die Briten amüsierten sich viel mehr über den Begriff Oxymoron und zogen gleich in Betracht, diesen als Bandnamen zu verwenden. “The Oxymorons – oder vielleicht nur The Morons (übers.: Die Idioten),” lachte Michael Welton. Seit 2001 touren sie in dieser Formation durch die Welt: Micheal Welton, Steve Trowell, Andy Frost, James Fortune, Nic Doodson und Jeremy Sadler. Hauptsächlich in Europa, aber auch beispielsweise in Israel standen sie bereits auf der Bühne. Nächster Halt nach Heidenheim sei Teneriffa, erzählen die sechs begeistert. Für die HNP-Gewinner überzogen die Musiker sogar noch ein wenig und so musste das Konzert zehn Minuten später – also erst um 19.10 Uhr anfangen. Aber die restlichen Zuschauer mögen es ihnen verzeihen. Immerhin folgte noch ein hervorragender Auftritt, oder?

    Mehr dazu lesen Sie am Dienstag (14.10.) in der HNP.

      Geschrieben von Carolin Woehrle