7. September 2010
Kann sich in drei Wochen wirklich so viel verändern? Da kommt man aus dem Urlaub zurück und staunt. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Denn eigentlich freue ich mich immer, die alten Dinge wiederzusehen, die frisch erholt eigentlich schöner erscheinen als zuvor, als man sie im Stress hinter sich gelassen hat.
Gestaunt habe ich bei der Anfahrt nach Heidenheim zuerst in Königsbronn. Auf der einen Seite der Durchgangsstraße ist übertrieben gesagt das halbe Dorf verschwunden, auf der anderen Seite ein neue Gebäude aus dem Boden gewachsen. Jahrelang hat sich Königsbronn nur im Zeitlupentempo verändert, und jetzt dieses Tempo?
Doch nicht genug der Veränderungen, die nächste freut mich besonders: Endlich stoppt keine lästige Baustellenampel mehr die Fahrt nach Heidenheim. Die Straßensanierung ist zwar nicht fertig, doch wenigstens sind wieder beide Spuren offen.
Doch die Freude hält nicht lange. Kurz nach Itzelberg erschrecken mich abgelegte Blumen am Straßenrand: Ein tödlicher Unfall! Oh nein!
Nachdenklich erreiche ich Heidenheim stehe unvermittelt am Schillerkreisel vor einer Sackgasse, die es vor meinem Urlaub noch nicht gab.
Geht es eigentlich nur mir so, dass mir so viele Veränderungen auffallen? Was hat sich während der Ferien eigentlich noch so alles verändert, das mir entgangen ist. Bitte um Nachhilfe!
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Geschrieben von Karin Fuchs
6. August 2010
Was für ein Namens-Zufall: Ein gewisser August Göckele lädt ein zum Göckelesfest. Kann man mit so einem Namen seines Lebens glücklich werden? War der arme Mann schon als Junge ewigen Hänseleien ausgesetzt? Dass August Göckele jetzt auch noch Kleintierzüchter ist und Gockel und Hennen paart, setzt dem ganzen noch die Krone auf.
So könnte man das auf den ersten Blick lesen. Und so habe ich die Mitteilung beim schnellen Draufblick auch gelesen und – man kann es sich vorstellen – laut gelacht.
Aber falsch: August ist kein Vorname sondern der Monat, der Tag steht in der anderen Zeile. Soll also heißen “Es gibt am 6. August Göckele.” Falls es jemanden interessiert: am Wochenende bei den Kleintierzüchtern in Mergelstetten.
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Geschrieben von Karin Fuchs
3. August 2010
Das Reh gilt gemeinhin als scheues Tier. Wer es beobachten will, muss leise sein und sich sehr vorsichtig bewegen. Nicht ohne Grund sitzen Jäger stundenlang in ihrem Ansitz, um die Tiere vors Gesicht zu bekommen. Umso mehr war ich heute morgen bei der Fahrt zur Arbeit verwundert.

In Königsbonn an der Zanger Steige ästen drei Tiere völlig unbeeindruckt von den vorbei fahrenden Autos und Lkws auf der Wiese neben der Straße. Sie hoben nicht einmal den Kopf, um ihr Frühstück zu unterbrechen. Nicht selten bekommt man in unserer Gegend Wildtiere zu sehen. Doch passiert mir das eher beim Abendspaziergang abseits der befahrenen Straßen oder beim Joggen – doch so offentlichtlich morgens um halb neun Uhr neben einer doch recht gut befahrenen Straße?
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Geschrieben von Karin Fuchs
29. Juni 2010
Die Mail des Tages kommt heute aus München:
“Damit Sie beim Viertelfinale in internationaler Umgebung die richtigen Worte finden, hat Wall Street Institute die wichtigsten englischen Phrasen recherchiert.”
| Das war ein 1a Tor! |
That was a great goal! |
| Pass auf, Du Trampeltier! |
Look out, you clumsy idiot! |
| Schneller Pass in die Spitze! |
Quick through ball! |
| Spiel in Richtung gegnerisches Tor! |
Play upfield! |
| Blutgrätsche! |
Dirty tackle! |
| Wo spielen die denn hin? |
What are they playing at? |
| Der hätte drin sein müssen! |
That should have been a goal! |
| Ich hoffe, es kommt zum Elfmeterschießen! |
I hope it goes to penalties! |
| Geh doch ran! |
Get in there! |
| Schwalbe! |
Dive! |
Und mit viel Glück heißt es am Ende: We´re going to win the World Cup (Wir werden Weltmeister)!
Was den Schreibern vielleicht entgangen ist: Die englischen Sätze brauchen wir seit Sonntag nicht mehr nach dem Sieg 4:1 Sieg gegen die englischen Mannschaft. Vielmehr wäre uns mit den passenden spanischen Sätzen gedient angesichs des Gegners Argentinien.
Wie etwa “GOOOOOOOL” was so viel heißt wie “TOOOOOOOOOR” (para Alemania, selbstverständlich).
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Geschrieben von Karin Fuchs
20. April 2010
Schon bemerkt? Der Blog sieht nach einem Relaunch ein bisschen anders aus als bisher. Wir starten unter neuem Namen durch und bloggen weiter. Aus dem HNP-Blog wurde der Blog „Olgastraße 15“ – Presseblog. Warum? Weil die Redaktionen von HZ und HNP seit geraumer Zeit zusammen arbeiten – unter dem einem Dach an der „Olgastraße 15“ eben.
Lange haben wir “gebrainstormt”, wie man das auf Neudeutsch so schön sagt, also überlegt, wie denn der Blog künftig heißen soll. Seitenweise haben wir Namen aufgelistet, von denen wir aber allesamt nicht so richtig begeistert waren. Und da es uns ja ganz echt gibt, nicht nur virtuell im Netz, haben wir schließlich unsere Hausadresse als Blognamen gewählt: vom analogen Ort hinein ins digitale Netz.
Für alle, die hier neu reinschauen, eine kurzer Rückblick: hier weiterlesen »
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Geschrieben von Karin Fuchs
6. April 2010
Den Heidenheimer Kirchengängern in St. Maria ist diese Fürbitte am Karfreitag sehr wohl aufgefallen und im Gedächtnis geblieben: Das Gedenken an die Missbrauchsopfer durch die katholische Kirche. Eine Woche zuvor habe ich eine ähnliche Fürbitte in einer anderen katholischen Kirche gehört. Wenigstens die Basis meldet sich zu Wort, wenn schon der Papst schweigt, dachte ich mir.
Mittlerweile habe ich erfahren, dass die Karfreitags-Fürbitte eine Vorgabe von offizieller Seite war: Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hat die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz eingeladen, am Karfreitag eine besondere Fürbitte in die Liturgie einzufügen, vermeldet das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland. Trauen sich die deutschen Pfarrer nur auf Anordnung zu beten?
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Geschrieben von Karin Fuchs
5. April 2010
Der Versicherungsvertreter ist einer Umfrage zufolge für die meisten Deutschen der unbeliebteste Beruf. 45 Prozent von den 1000 Befragten würden auf keinen Fall Versicherungen verkaufen wollen. Das haben die Marktforscher von Toluna im Auftrag der Agentur Faktenkontor in Hamburg heraus bekommen.
Doch wir Journalisten dürfen uns auch gleich wegducken: Auf der Unbeliebtheits-Skala landen die Journalisten auf Rang 10.
Warum eigentlich? Weil Journalisten skrupellos ihre Arbeit tun? Die einen sagen, Journalisten stecken “mit denen da oben” unter einer Decke, während “die da oben” sich von uns oft falsch verstanden wissen.
Journalistenschelte ist durchaus hoffähig, wie prominente Beispiele zeigen: Helmut Schmidt bezeichnete Journalisten einst als Wegelagerer, Helmut Kohl ließ sich ausschließlich von seinen Leib- und Magenjournalisten interviewen.

Und auch in Hollywood hat der Journalist nicht gerade häufig die Rollen des Superhelden verliehen – ausgenommen Supermans alter ego Clark Kent, der allerdings als Reporter ganz zahm ist.
Dabei will der Journalist doch nur gute Geschichten schreiben. Ob er dafür geliebt wird, ist zweitrangig.
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Geschrieben von Karin Fuchs
23. März 2010
Ist der Bau eines Erlebnisbades in Mergelstetten nun sinnig oder unsinnig? In der Bevölkerung wird dies in Zusammenhang mit einem Ende von Waldbad und Aquarena so angeregt diskutiert wie schon lange kein Thema mehr. Für ähnlich viel Gesprächsstoff sorgten zuletzt der Innenstadttunnel, der GBH-Verkauf und die Schlossberg-Bebauung.
In der Redaktion sind wir übrigens sehr geteilter Meinung. Ebenso wie in der Bevölkerung gibt es Befürworter sowie auch Gegner. Wir werden uns auch auch keine einheitliche Kommentiereung festlegen. Das sage ich auch, weil verschiedene Leute behaupten, wir würden entweder vom Rathaus oder von unserem Redaktionsleiter fern gesteuert. Nein, sind wir nicht!
Ich selbst habe übrigens noch gar keine Meinung dazu, was eher eine Seltenheit ist. Aber ohne genaue Grundlagen zu kennen, kann ich beim besten Willen nicht sagen, ob das Erlebnisbad nun eine Schnapsidee ist oder doch der geniale Schachzug schlechthin.
Als Nummer “13″ steht das ”Erlebnisbad” für morgen, Donnerstag auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Ob das Erhellend sein wird? Ich glaube eher, dass es politisches Gepoltere wird statt eine Bekanntgabe von Fakten.
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Geschrieben von Karin Fuchs
1. März 2010
Heute verrate ich Ihnen ein süßes Redaktionsgeheimnis: Die schreibenden Männer in der Redaktion stehen auf Süßigkeiten. Der Vorrat an Naschwerk geht eigentlich nie aus. Und wenn, dann dauert die Nachfrage an die Sektretärinnen keine Viertelstunde: “Gibt’s noch Gummibärchen?” In den meisten Fällen können die netten Damen helfen. Und falls einmal der Vorrat ausgeht, dann findet sich schnell ein edler Süß-Spender. (Im Falle des Beweis-Fotos war es ein Abschiedsgeschenk der Praktikantin, die wohl sehr schnell hinter das süße Redaktionsgeheimnis gekommen war. Vielen Dank an dieser Stelle!)
Die Nasch-Schale steht strategisch gut platziert direkt auf der Theke, an der man täglich zig Male vorbei läuft. Die Versuchung liegt quasi in Reichweite: ein schneller Griff – und schon ist ein süßer Happen verspeist. Thomas Gottschalk könnte es nicht besser.
Vielleicht muss man sich als Redakteur das Leben ein wenig versüßen angesichts der manchmal doch recht bitteren Realität, mit der man es täglich zu tun hat. Oder haben Sie eine andere Theorie?
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Geschrieben von Karin Fuchs
24. Februar 2010
Während Google für sein neues Bilder-Tool “Google Streetview” munter drauflos fotografiert, haben unsere Fotografen es manchmal gar nicht so einfach, wenn Sie mit der Kamera anrücken. Dabei wollen Sie bestimmt keine Privatsphäre verletzten. Schon gar nicht heute, als wir bei einem Supermarkt anfragten, ein paar Whisky- und Champagnerflaschen fotografieren zu dürfen. Das Bild sollte zur Illustration einer dreisten Diebstahl-Masche dienen.
Doch wir bekamen eine Abfuhr. “Grundsätzlich” dürfe in ihren Häusern nicht fotografier werden. Da gibt es keine Ausnahme.
Wir schüttelten nur den Kopf. Die sind ja strenger als in Moskau, wo es angeblich eine Woche lang dauert, bis eine Pressefotograf seine Fotografiererlaubnis erteilt bekommt.
Dass in Deutschland nicht jeder und überall fotografiert werden kann, ist eigentlich eine gute Sache. Es gibt hoheitliche und private Bereiche, wo die Privatsphäre geschützt wird oder zum Beispiel Wirtschaftssspionage ausgeschlossen wird. Aber auch zur Terrorabwehr wurden Fotografierverbote verhängt. Nicht erlaubt ist es in Deutschland zudem, während laufenden Gerichtsverhandlungen zu fotografieren.
Nun hat also auch das Kaufhaus von seinem Recht als Hausherr Gebraucht gemacht. Was tun? Wir fragten einfach bei der Konkurrenz nach. Und siehe da: Sie empfingen die Pressefotografin ohne Vorbehalte und ließen sie ihre Arbeit tun.
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Geschrieben von Karin Fuchs